31.08.2021 12:37 |

Nicht genug Immunität

Zweite Corona-Impfung für Genesene wohl doch nötig

Lange ist man davon ausgegangen, dass all jene Personen, die sich bereits mit dem Coronavirus infiziert hatten, lediglich eine Auffrischungsimpfung als weiteren Schutz benötigen. Eine neue Studie widerlegt diese Annahme aber nun - so könnte schon bald auch für Genesene ein zweiter Stich notwendig sein.

Personen, die sowohl eine Infektion als auch eine Impfdosis einer Corona-Vakzine nachweisen können, gelten in Österreich als „vollständig geimpft“ - seit Mitte August wird das auch entsprechend im Grünen Pass des Gesundheitsministeriums vermerkt. Die neue Studie im Fachjournal „Nature Scientific Reports“ hegt nun aber massive Zweifel an ebendiesem Immunitätsstatus.

Wissenschaftler verglichen Werte
Das Forschungsteam um den Anthropologen Thomas McDade von der Northwestern University in den USA untersuchte die Antikörperkonzentration im Blut von 27 Probanden nach der ersten und zweiten Corona-Schutzimpfung mit den Vakzinen von Moderna und Biontech/Pfizer. Knapp die Hälfte der Studienteilnehmer war im Vorfeld positiv auf das Coronavirus getestet worden.

Infektion garantiert keine Antikörper
Die Wissenschaftler kommen in ihrer Untersuchung zu einem brisanten Ergebnis: Eine frühere Infektion mit SARS-CoV-2 garantiere weder ein hohes Level an Antikörpern noch eine stabile Antikörperreaktion auf eine erste Impfdosis, heißt es im betreffenden Bericht. Die neuen Erkenntnisse deuten also darauf hin, dass auch bei vormals Infizierten eine zweifache Corona-Schutzimpfung sinnvoll ist.

„Viele Menschen und auch viele Ärzte denken, dass jeder frühere Kontakt mit SARS-CoV-2 eine Re-Infektion verhindert. Vor diesem Hintergrund glauben manche Genesene, dass sie nicht geimpft werden müssen. Oder, wenn sie geimpft werden, dass sie nur die erste Dosis des Doppel-Impfstoffs von Moderna/Pfizer benötigen“, erklärte McDade gegenüber „CBS Local“.

Ein Fünftel entwickelt keine Antikörper
In Sachen Antikörper ließen am Montag auch Wissenschaftler der MedUni Wien aufhorchen. Laut ihren Untersuchungen entwickeln rund 20 Prozent der genesenen Menschen keinen Immunschutz gegen SARS-CoV-2. So ist es manchen Menschen offenbar nicht möglich, Antikörper gegen das Virus zu bilden.

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