Möglicherweise liegt das am Aufnahmetest, der Bewerbern beider Geschlechter dasselbe abverlangt: Bei der körperlich anspruchsvollen Aufnahmeprüfung muss unter anderem ein Hindernisparcours bewältigt werden. Leitersteigen, Klimmzüge, Turmspringen und Tauchen gehören ebenfalls dazu.
"Im Sinne der maximalen Sicherheit im Einsatzfall kann und darf da kein Unterschied zwischen Mann und Frau gemacht werden", sagt die für das Feuerwehrwesen zuständige Stadträtin Sonja Grabner (ÖVP). Frauen hätten bereits vor zwei Jahren die Möglichkeit gehabt, sich für die Aufnahmeprüfung bei der Berufsfeuerwehr anzumelden, damals habe sich aber keine einzige Dame beworben.
Anlässlich des Weltfrauentages am 8. März 2011 äußerte sich dazu Elke Lujansky-Lammer, Regionalanwältin für Gleichbehandlungsfragen in der Steiermark: "Von Männern gestaltete Strukturen, wie die der Feuerwehr, sind zugunsten von Frauen oft schwer zu verändern." Dabei wäre es vor allem für die ersten Frauen schwierig, in eine männerdominierte Organisation einzutreten. "Wichtig ist, die ganze Organisation Feuerwehr selbst auch auf Frauen vorzubereiten und frauenfreundlich zu machen", so Lujansky-Lammer. Eine allgemeine strukturelle Umgestaltung inklusive eingebürgerter Sozialstrukturen wäre dazu notwendig.
1.878 im Aktivstand, 708 bei Feuerwehrjugend
Bei den Freiwilligen Feuerwehren scheint dies bereits zu funktionieren, denn dort steigt die Anzahl der weiblichen Vertreterinnen von Jahr zu Jahr, berichtet Abteilungsbrandinspektor Thomas Meier vom Landesfeuerwehrverband Steiermark: "Derzeit sind 1.878 Frauen im Alter von 16 bis 65 Jahren im Aktivstand. Bei der Feuerwehrjugend - den zehn- bis 16-Jährigen - sind 708 junge Damen dabei." Zum Vergleich: Aktuell sind 35.763 Männer bei den Freiwilligen Wehren im Land tätig.
Damen "stets auch bei den Einsätzen vertreten"
Laut Meier sind die freiwilligen Feuerwehrfrauen durchaus in allen Bereichen aktiv: "Die Damen sind keineswegs nur in der Verwaltung tätig. Sie sind stets auch bei den Einsätzen vertreten." In der Steiermark gebe es sogar zwei Kommandantinnen.
Eine Herausforderung bestehe aber in der Lösung des Infrastrukturproblems, denn für die weiblichen Kolleginnen muss es eigene Sanitärräume und Umkleideeinrichtungen geben. Bei Neubauten würde dies Meier zufolge stets berücksichtigt werden, bei älteren Gebäuden stelle dies oftmals ein Problem dar. In diesem Bereich bemühe man sich aber um Lösungen, da der weibliche Zuwachs als "erfreulich" angesehen wird.
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