29.08.2021 09:00 |

Grazerin sollte zahlen

Bankangestellte rettete Pensionistin vor Betrügern

„Ihr Sohn hat einen Unfall mit großem Schaden verursacht. Die Summe muss sofort beglichen werden.“ Mit diesen Worten wurde kürzlich eine ältere Dame in eine Grazer Bankfiliale getrieben, um eine fünfstellige Geldsumme zu beheben. Doch eine aufmerksame Bankangestellte konnte den Betrugsversuch stoppen!

Immer wieder warnt die steirische Polizei vor dieser fiesen Betrugsmasche - mit unschöner Regelmäßigkeit rufen Kriminelle bei vornehmlich älteren Leuten an und wollen diesen unter einem fadenscheinigen Vorwand Geld herauslocken. Viel zu oft haben sie damit Erfolg. Auch bei dem Vorfall in der Raiffeisen-Filiale in Graz-Ragnitz standen die Betrüger schon kurz vor dem Ziel.

„Als die Frau das Foyer betreten hat, hat sie schon sehr nervös gewirkt“, erinnert sich Beate Kessler. Die Grazerin arbeitet seit vielen Jahren als Kundenbetreuerin in der Filiale. „Und da hegen wir eben eine enge Kundenbeziehung, deshalb hab ich sofort gemerkt, dass da etwas nicht stimmt.“

Taxi wartete schon vor der Bank
Die ältere Dame beharrte darauf, eine große Menge an Bargeld ausbezahlt zu bekommen. Während die Kundin am Schalter auf ihr Bargeld wartete, läutete ununterbrochen ihr Telefon. Als Kessler das Gespräch mitbekam, schrillten ihre Alarmglocken. „Sie klang sehr verängstigt und sagte, dass sie in der Bank sei und vor der Filiale ein Taxi auf sie wartete, um sie gleich nach Hause zu fahren. Außerdem nannte sie einen Namen, der nicht zu ihrer Familie passte.“

Angeblicher Polizist wollte Geld
Deshalb sprach sie der Frau noch einmal ins Gewissen. „Sie erzählte mir dann doch, dass sie von einem Polizisten bereits seit Stunden am Telefon gehalten werde“. Unter dem Vorwand, ihr Sohn hätte einen Autounfall verursacht, wurde die Dame durchgehend terrorisiert, bis sie sich schließlich auf den Weg in die Bank machte, um die geforderte Summe an Bargeld abzuheben Kessler konnte die Steirerin letztlich doch davon überzeugen, dass sie Opfer von Betrügern wurde. „Vor lauter Aufregung kam es ihr gar nicht in den Sinn, ihren Sohn anzurufen“, schüttelt die engagierte Bankangestellte den Kopf. Mit ihrem Gang an die Öffentlichkeit will sie nun nochmals für diese Betrugsmasche sensibilisieren.

Andrea Dettenweitz, „Steirerkrone“

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