05.08.2021 07:30 |

Politik inoffiziell

ORF-Quoten sprechen für aktuellen Landesdirektor

Die Ideen von Matthias Limbeck haben im ORF-Landesstudio ordentlich Staub aufgewirbelt. Der ÖVP-nahe Berater will in den Ring um den Landesdirektor steigen, wenn der neue ORF-Generaldirektor in Wien – entschieden wird am 10. August – auf Regionalisierung setzt. Aber auch Amtsinhaber Christoph Takacs will weitere fünf Jahre Chef im Landesstudio bleiben.

Der aktuelle ORF-Chef will sein Programm zuerst dem Stiftungsrat unterbreiten und davor nicht öffentlich darüber sprechen. Takacs sagt nur so viel: „Ich werde mich neuerlich mit einer zukunftsorientierten Agenda bewerben.“ Aber auch auf die Vergangenheit kann Takacs verweisen. Die TV-Quoten werden zwar nur österreichweit erhoben. Die Landesstudio-Sendung „Bundesland heute“ ist aber nach wie vor seit vielen Jahren eine der beliebtesten ORF-Sendungen.

Im Jahr 2020 betrug die Reichweite im Schnitt 1,3 Millionen Zuschauer täglich. Laut diesen Teletest-Zahlen schaut jeder siebente Österreicher „Bundesland heute“. Auch die Radioquoten für Radio Salzburg können sich sehen lassen. Der Marktanteil ist von 2015, dem Jahr, bevor Takacs sein Amt antrat, von 34 Prozent nur geringfügig auf 33 Prozent zuletzt gesunken.

Die Opposition spricht sich jedenfalls für einen Verbleib des Amtsinhabers aus, die FPÖ eine Spur deutlicher als die SPÖ. „Herr Takacs hat das sehr gut gemacht. Ich sehe keinen triftigen Grund, daran etwas zu ändern“, sagt FPÖ-Chefin Marlene Svazek zur „Krone“. SPÖ-Chef David Egger möchte sich nicht klar positionieren, sagt aber: „Der fachlich kompetenteste muss das Rennen machen.“

Landeshauptmann Wilfried Haslauer (ÖVP) hält sich in der ORF-Frage noch sehr bedeckt. Dabei kommt ihm eine wichtige Rolle zu. Formal hat er zwar nur ein „Anhörungsrecht“, was den kommenden Landesdirektor betrifft. Es ist aber praktisch ausgeschlossen, dass sich der neue ORF-Generaldirektor in Wien einem ÖVP-Landeshauptmann offen widersetzt. „Jetzt ist einmal der Stiftungsrat am Zug. Wir warten, bis der Generaldirektor gewählt ist“, heißt es aus dem Haslauer-Büro.

Unabhängig von der Frage nach dem ORF-Direktor kündigen sich auch in der Landesregierung Rochaden an. Haslauer-Vize Christian Stöckl wird spätestens mit der nächsten Landtagswahl 2023 in Polit-Pension gehen. Als Nachfolgerin galt Gerlinde Rogatsch als aussichtsreiche Kandidatin. Die langjährige ÖVP-Klubobfrau arbeitet aktuell als Managerin im Gesundheitsbereich. Eine Rückkehr in die Politik schließt sie aber aus: „Ich habe das Gerücht noch nicht gehört. Ich habe aber kein Interesse an einer Rückkehr in die Politik.“

Matthias Nagl
Matthias Nagl
Kommentare
Eingeloggt als 
Nicht der richtige User? Logout

Willkommen in unserer Community! Eingehende Beiträge werden geprüft und anschließend veröffentlicht. Bitte achten Sie auf Einhaltung unserer Netiquette und AGB. Für ausführliche Diskussionen steht Ihnen ebenso das krone.at-Forum zur Verfügung.

User-Beiträge geben nicht notwendigerweise die Meinung des Betreibers/der Redaktion bzw. von Krone Multimedia (KMM) wieder. In diesem Sinne distanziert sich die Redaktion/der Betreiber von den Inhalten in diesem Diskussionsforum. KMM behält sich insbesondere vor, gegen geltendes Recht verstoßende, den guten Sitten oder der Netiquette widersprechende bzw. dem Ansehen von KMM zuwiderlaufende Beiträge zu löschen, diesbezüglichen Schadenersatz gegenüber dem betreffenden User geltend zu machen, die Nutzer-Daten zu Zwecken der Rechtsverfolgung zu verwenden und strafrechtlich relevante Beiträge zur Anzeige zu bringen (siehe auch AGB).

Sonntag, 26. September 2021
Wetter Symbol