Schönste Wanderrouten

Raue Schönheit entlang des Klostertal Baches

Vorarlberg
30.07.2021 10:55

Vom Silvrettastausee an der Grenze zwischen Vorarlberg und Tirol geht es zur Klostertaler Umwelthütte. Das Gebäude hat eine bewegte Geschichte und war über viele Jahre hinweg nur eine Bauruine.

Die Bielerhöhe verbindet das Montafon mit dem Tiroler Paznaun. Genau auf dem Gebirgspass (2037 Meter) ist der Silvretta-Stausee errichtet worden - der höchstgelegene Stausee der illwerke vkw AG. Die Arbeiten für das monumentale Bauwerk starteten im Jahr 1938, der erste Vollstau erfolgte dann 1951. Über den östlichen Damm verläuft die Grenze zum benachbarten Tirol. Die Lage und die charakteristische türkise Farbe des Wassers machen den See zu einem beliebten Ausflugsziel.

Rubina Bergauers Tour führt auf wilden Wegen, gesäumt von bunten Alpenblumen, bis zu den Murmeltieren, die in der Silvretta hausen. (Bild: Mathis Fotografie)
Rubina Bergauers Tour führt auf wilden Wegen, gesäumt von bunten Alpenblumen, bis zu den Murmeltieren, die in der Silvretta hausen.

Ein wildes Tal
Im Sommer ist das Gewässer über die mautpflichtige Silvretta-Hochalpenstraße zu erreichen. Es bestehen auch Busverbindungen vom Montafon sowie vom Paznauntal aus. Der See kann auf einem gut befestigten Wanderweg, welcher über die Staumauer, den Bielerdamm und die Zuflüsse führt, umrundet werden. Seit dem Sommer 2019 sind für Wagemutige an der Luftseite der rund 55 Meter hohen Hauptstaumauer auch verschiedene Klettersteige installiert. Direkt vom Parkplatz beim „Silvrettasee“-Restaurant startet die heutige Tour. Zunächst folgt man den Tagesausflüglern über den Staudamm am Westufer entlang. An den Uferböschungen gibt es derzeit eine alpine Blütenpracht zu bestaunen. Die Ill entspringt dem nahe gelegenen Ochsental- und dem Vermuntgletscher und ergießt sich ebenso in den Silvrettasee wie der Klostertaler Bach. Bald taucht rechts des Hauptweges ein Hinweisschild auf und diesem folgend betritt der Wanderer nun weniger begangene Pfade. Es geht dem Klostertaler Bach entlang durch ein wildes Tal.

Oberhalb des Stausees ist die Landschaft steinig und wild. (Bild: Rubina Bergauer)
Oberhalb des Stausees ist die Landschaft steinig und wild.

Der Boden ist meist sumpfig und feucht, hier gedeihen Wollgräser, Moose und Knabenkräuter, die Berghänge aber sind zerklüftet und rau. Felsbrocken und Geröll haben sich an den steilen Flanken angesammelt. Nur die widerstandsfähigsten Pflanzen können diesen Bedingungen trotzen. Diese scheinbar unwirtliche, hochalpine Zone ist aber keinesfalls unbelebt.

Pfiffe der Murmeltiere
Die hellen, lauten Warnpfiffe verraten die Anwesenheit von Murmeltieren. Wer sich ruhig verhält, kann die gut getarnten Nager im Geröllfeld ausfindig machen. Aufmerksam beobachten sie die Wanderer, immer bereit ihre Artgenossen mit Pfeiflauten vor einer potenziellen Gefahr zu warnen. Das Murmeltier ist nach dem Biber und dem Stachelschwein das drittgrößte in Europa vorkommende Nagetier. Ausgewachsene Exemplare haben eine Kopfrumpflänge von 40 bis 50 Zentimetern. Das Gewicht schwankt während des Jahres, doch gesunde Männchen bringen um die drei Kilogramm auf die Waage, Weibchen etwas weniger. Die Tiere leben in sozialen Gruppen zusammen und legen über mehrere Generationen große, unterirdische Bauten an, die aus einem weit verzweigten System aus Tunneln und Kammern bestehen. In diese ziehen sie sich für ihren Winterschlaf oder aber zum Schutz vor Fressfeinden zurück. Es braucht also ein bisschen Glück und Geduld, die wachsamen Nager zu Gesicht zu bekommen, doch im Silvrettagebiet sind sie fast allgegenwärtig.

Selbstversorgerhütte
Mit jedem zurückgelegten Höhenmeter wird die Landschaft steiniger und wilder. Über einen letzten Anstieg geht es schließlich zur Klostertaler Umwelthütte (2362 Meter). Das Gebäude dient als Zwischenstation auf den Wegen zur Schneeglocke, zum Silvrettahorn oder bei Überschreitungen über Verhupf, Schwarze Wand oder Rote Furka in die Schweiz. Die Hütte hat eine bewegte Geschichte - jahrelang war das Gebäude eine Bauruine.

Ursprünglich war geplant, den Standort als Gaststätte zu bewirtschaften. Umweltschützer jedoch stemmten sich gegen dieses Vorhaben, da das Silvrettagebiet als ausreichend erschlossen gilt. Der Bau hatte bereits in den 1970er-Jahren begonnen, kam dann aufgrund des Widerstandes ins Stocken. Die ursprünglichen Pläne zur Bewirtschaftung wurden folglich aufgegeben. Schließlich wurde 1993 aus der Ruine eine Selbstversorgerhütte, die mittlerweile vom Deutschen Alpenverein verwaltet wird.

Von der Rückseite des Gebäudes bietet sich ein fantastischer Ausblick über das ganze Tal mit dem Silvrettasee im Hintergrund. Holzbänke an der Hausfront laden zu einer wohlverdienten Rast ein, bei der sich die Ruhe sowie das herrliche Bergpanorama genießen lassen. Retour geht es über denselben Weg entlang des Klostertaler Baches. Wer möchte, kann abschließend noch den Stausee umrunden.

Loading...
00:00 / 00:00
play_arrow
close
expand_more
Loading...
replay_10
skip_previous
play_arrow
skip_next
forward_10
00:00
00:00
1.0x Geschwindigkeit
explore
Neue "Stories" entdecken
Beta
Loading
Kommentare

Da dieser Artikel älter als 18 Monate ist, ist zum jetzigen Zeitpunkt kein Kommentieren mehr möglich.

Wir laden Sie ein, bei einer aktuelleren themenrelevanten Story mitzudiskutieren: Themenübersicht.

Bei Fragen können Sie sich gern an das Community-Team per Mail an forum@krone.at wenden.

Vorarlberg Wetter
12° / 15°
starker Regen
15° / 18°
starker Regen
14° / 19°
starker Regen
15° / 19°
starker Regen



Kostenlose Spiele