24.07.2021 06:00 |

„Krone“-Kommentar

Wie lange noch?

Seit März 2016 hält die Europäische Zentralbank die Leitzinsen bei null. Wer einen Kredit hat, freut sich. Für Sparer ist es ein Verlustgeschäft. Der geldpolitische Kurs wird sich in nächster Zeit nicht ändern. Experten gehen davon aus, dass die Niedrigzinsphase zumindest noch drei Jahre anhält. Das hat auch politische Gründe: In der Pandemie haben die Staaten neue Schulden aufgenommen, um die wirtschaftlichen Folgen zu bekämpfen. Eine Zinserhöhung würde die Budgets enorm belasten und in Folge die Erholung der Konjunktur stoppen.

Inflationsgespenst
In den Lehrbüchern heißt es, dass man die Zinsen erhöhen muss, wenn die Inflation zu stark ansteigt. In Österreich haben wir derzeit 2,8 Prozent, in der Eurozone um 2 Prozent. Als „Ziel“ für Stabilität sieht die EZB einen Wert von 2 Prozent an. Die derzeit höheren Werte haben vor allem damit zu tun, dass in der Rezession im Coronajahr die Energiepreise sehr niedrig waren und sich jetzt erholten. Viele Wirtschaftsforscher erwarten aber 2022 wieder einen Rückgang der Teuerung.

Schub in den USA
Es könnte aber auch anders kommen. In den USA betrug die Inflationsrate im Juni 5,4 Prozent. Sie wird zwar etwas anders berechnet als in Europa, doch Treiber der Teuerung sind neben Energie die mit der Wirtschaftserholung stark gestiegenen Preise für Gebrauchtautos. Außerdem hat die Regierung jedem Haushalt Geld geschenkt, was die Ausgaben und die Inflation anheizte. Die US-Notenbank geht allerdings ebenfalls von einem „vorübergehenden Phänomen“ aus.

Manfred Schumi
Manfred Schumi
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