Die des Dopings verdächtigten Sprinter Kostas Kenteris und Ekaterini Thanou sind von der griechischen Justiz eingeholt worden. Wie das Staatsfernsehen (NET) am Donnerstag berichtete, hat die Athener Staatsanwaltschaft Anklage gegen die beiden Leichtathleten erhoben. Ihnen wird vorgeworfen, sich einen Tag vor den Olympischen Spielen in Athen einer Doping-Kontrolle entzogen und danach einen Motorradunfall inszeniert zu haben. Auch der Ex- Trainer der Sprint-Stars, Christos Tsekos, sowie sieben Ärzte einer Athener Unfallklinik und zwei Zeugen wurden angeklagt.
Einen Termin für den Prozess gegen den31-jährigen 200-m- Olympiasieger von 2000 und die 29 Jahrealte Sprint-Europameisterin gibt es noch nicht. Juristen gehenallerdings davon aus, dass sich Kenteris, Thanou, ihr Ex-Coachund die Mediziner erst im Frühjahr 2005 vor Gericht verantwortenmüssen. Kenteris und Thanou ließen über ihrenRechtsanwalt verlauten, dass sie, wenn es zum Prozess komme, beweisenwerden, dass sie unschuldig seien.
Dreimonatige Untersuchung Im Zuge der fast dreimonatigen Untersuchungen hatdie Staatsanwaltschaft die Überzeugung gewonnen, dass dermysteriöse Unfall von Kenteris und Thanou mit einem Motorradin der Nacht nach dem "verpassten" Doping-Test im OlympischenDorf inszeniert war. Mit ihm sollte möglicherweise ein nachträglicherNachweis eines Doping- Vergehens verhindert werden. Den beidenangeblichen Zeugen sowie den Ärzten der Athener Klinik (KAT)wird vorgeworfen, mit falschen Aussagen und ärztlichen Gutachtenan der Inszenierung mitgewirkt zu haben.
Doping im Trainer-Büro sichergestellt In den Büros von Christos Tsekos waren Doping-Substanzensichergestellt worden. Der umstrittene Trainer äußertesich auf einer Pressekonferenz zu der Anklagerhebung. Er werde"demnächst die Gelegenheit haben, zu beweisen, dass er unschuldig"sei, meinte er. Die in seinen Büros gefunden Substanzen seienzwar "von der griechischen Arzneimittel-Behörde nicht genehmigteElemente", sie seien aber nicht verbotene Substanzen sondern lediglichnur Nahrungsergänzungsmittel.
Kenteris und Thanou hatten unmittelbar vor ihrenStarts bei den Athen-Spielen ihre Akkreditierungen zurückgegeben.Damit entzogen sie sich der Gerichtsbarkeit des InternationalenOlympischen Komitees (IOC). Der Internationale Leichtathletik-Verband(IAAF) hatte allerdings noch während der Olympischen Spieleeine Kommission zur Untersuchung der Doping-Vorwürfe gegendie beiden griechischen Sprinter eingesetzt. Ein Ergebnis derIAAF-Ermittlungen, die auch auf angebliche weitere Verstößevon Kenteris und Thanou gegen die Doping- Meldepflicht ausgedehntwurden, ist bislang nicht bekannt. Sollten dem Athleten-Duo dreidieser Verstöße nachgewiesen werden können, drohtihnen eine zweijährige Sperre.
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