14 Verdächtige in Haft

2500 Inder wurden mit Salzwasser „geimpft“

Ausland
06.07.2021 08:32

In Indien sind falsche Impfaktionen aufgeflogen: Etwa 2500 Menschen wurde dort statt einem Corona-Impfstoff lediglich Salzwasser verabreicht. Die Opfer zahlten den Betrügern Geld dafür, um sich gegen den Erreger immunisieren zu lassen. An den gefälschten Aktionen waren Ärzte und anderes medizinisches Personal beteiligt - es gab nun 14 Festnahmen.

Die falschen Impfzentren waren in der Nähe der Finanzmetropole Mumbai angesiedelt, wie der Sender „CNN“ berichtete. „Sie haben Salzwasser verwendet und es injiziert“, erklärte Vishal Thakur von der Exekutive der Stadt. Es soll insgesamt ein Dutzend Impfaktionen gegeben haben, für die Verabreichung des vermeintlichen Vakzins wurde eine Gebühr verlangt. Die Beschuldigten sollen sich mit bis zu 28.000 US-Dollar bereichert haben.

Ein Wandgemälde an einer Fassade eines indischen Bahnhofs soll zur Impfung motivieren. (Bild: AFP )
Ein Wandgemälde an einer Fassade eines indischen Bahnhofs soll zur Impfung motivieren.

Gefälschte Impfzertifikate wurden ausgegeben
Nun wurden 14 Menschen wegen des Verdachts auf Betrug und versuchte Tötung festgenommen: Die Ärzte und Gesundheitspersonal arbeiteten offenbar mit einem Krankenhaus zusammen, dass nicht nur die Fläschchen und Spritzen, sondern auch gefälschte Zertifikate herstellte. Letztere sollten den Betrug, der sich im Zeitraum zwischen Ende Mai und Anfang Juni abspielte, schließlich auffliegen lassen.

Nebenwirkungsfreie Impfung machte Opfer stutzig
Denn einige „Geimpfte“ wunderten sich über die Impfzertifikate, die sie erhalten hatten und meldeten sich bei der Polizei. Eines der falschen Impfzentren war in einer Wohnbaugesellschaft untergebracht. „Aber keines unserer Mitglieder bekam irgendwelche Symptome und außerdem mussten wir bar bezahlen“, erklärte ein Bewohner gegenüber dem Sender CNN-News18.

Nun ermittelt die Polizei - rechtliche Schritte wurden bereits eingeleitet. Ein Anwalt aus Mumbai reichte Ende Juni eine Klage im öffentlichen Interesse ein. Die Anschuldigungen seien „wirklich schockierend“, erklärte das Höchstgericht von Bombay und forderte die staatlichen und lokalen Behörden auf, Maßnahmen zu ergreifen, „damit unschuldige Personen in Zukunft nicht mehr betrogen werden“.

Indien hatte von April bis Juni eine Explosion bei den Corona-Infektionen hinnehmen müssen. 40 Prozent der neuen Fälle stammten während dieser Zeit aus dem zweitbevölkerungsreichsten Land der Erde. Nirgendwo anders wurden so viele Neuinfektionen an einem einzigen Tag wie in Indien verzeichnet. Ende April waren es 361.000 binnen nur 24 Stunden - dabei gehen Experten auch von einer hohen Dunkelziffer aus. Erst Anfang Juli wurde die traurige Marke von 400.000 Corona-Toten überschritten.

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