18.06.2021 11:51 |

Studien geben Hoffnung

Impfstoffe schützen auch gut vor Delta-Variante

Die Delta-Variante des Coronavirus hat viele Länder der Welt fest im Griff - auch in Österreich und Deutschland wird diese Mutation, die erstmals in Indien entdeckt wurde, wohl ab Herbst die dominierende Form des Pandemie-Erregers sein. Wer vollständig immunisiert ist, kann jedoch aufatmen.

Noch tritt die Delta-Variante in Österreich relativ selten auf - etwa 6,3 Prozent aller Fälle sind dieser Mutation zuzuordnen. Doch die Experten von der Ampel-Kommission sind überzeugt, dass von dieser ein „ernst zu nehmendes Risiko“ ausgeht, da sie sich erfolgreicher verbreitet und auch zu schwereren Verläufen führt als ihre Vorgänger.

In Großbritannien ist die auch als B.1.617.2 bekannte Variante inzwischen für neun von zehn neuen Corona-Fällen verantwortlich. Die Briten sind mit dem höchsten Infektionswert seit Februar konfrontiert.

Nicht nur Antikörper, auch T-Killerzellen für Abwehr wichtig
Die Mutation soll zudem resistenter gegen Impfstoffe als andere Varianten sein, wie Laboruntersuchungen zeigen. Eine in der Fachzeitschrift „The Lancet“ publizierte Studie zeigte, dass die Zahl der Antikörper nach zwei Impfdosen von Biontech/Pfizer bei der Delta-Variante sechsmal niedriger ausfiel als beim Wildtyp des Virus. Doch nicht allein die Antikörper sind entscheidend: Auch den T-Killerzellen, die bereits infizierte Zellen statt des Virus angreifen, sind von großer Bedeutung. Umso wichtiger sind Untersuchungen unter realen statt nur unter Laborbedingungen. Und hier geben die ersten Ergebnisse Anlass zur Hoffnung.

Schwere Verläufe werden zu mehr als 90 Prozent durch Vakzin verhindert
Wie eine britische Studie der Gesundheitsbehörde Public Health England (PHE) zeigt, lassen sich schwere Krankheitsverläufe bei der Delta-Variante ebenso wirksam vermeiden wie bei der Alpha-Variante (zuvor britische Variante genannt). Zwei Dosen des Wirkstoffs von Biontech/Pfizer verhinderten demnach bei der Variante B.1.617.2 in 96 Prozent der Fälle eine stationäre Behandlung. Für das Vakzin von AstraZeneca lag die Quote bei 92 Prozent.

Bereits Mitte Mai kam eine weitere Studie von britischen Gesundheitsbehörden zu ähnlichen Ergebnissen auch für weniger schwere Formen der Krankheit. Demnach ist der Impfstoff von Biontech/Pfizer zwei Wochen nach der zweiten Dosis zu 88 Prozent wirksam gegen eine durch die Delta-Variante ausgelöste symptomatische Covid-19-Erkrankung, bei der Alpha-Variante sind es 93 Prozent. Das AstraZeneca-Vakzin hat demnach eine 60-prozentige Wirksamkeit gegen die Delta-Variante und eine 66-prozentige gegen die Alpha-Variante. Eine einzelne Dosis bietet allerdings nur begrenzt Schutz gegen die Delta-Mutation.

Erst in fünf Jahren könnten Vakzine Mutationen völlig in Schach halten
Trotz dieser positiv stimmenden Neuigkeiten werden uns Mutationen wohl noch länger Kopfzerbrechen bereiten. Englands oberster medizinischer Beamter Chris Whitty erklärte in Bezug auf die Delta-Variante, das Virus habe „noch nicht die letzte Überraschung“ bereitet. Es werde wahrscheinlich fünf Jahre dauern, bis es Impfstoffe gebe, die gegen eine Reihe von Coronavirus-Varianten in hohem Maße „die Stellung halten“ könnten. Er rechnet nach der aktuellen Infektionswelle mit einem weiteren Anstieg der Fälle im Winter.

Bisher 71 Delta-Infektionsfälle in Österreich
In Österreich sind laut AGES bisher 71 Corona-Fälle der Variante B.1.617.2 aufgetreten (jüngster publizierter Stand vom vergangenen Dienstag, Anm.) Mit Abstand die meisten Fälle wurden in Wien sequenziert (32), 19 in Salzburg, sieben in Tirol, sechs in Niederösterreich, fünf in der Steiermark und je einer in Kärnten und Oberösterreich. In der Kalenderwoche 23 und insgesamt waren weiterhin die weitaus meisten Infektionen der Alpha-Variante B.1.1.7 zuzurechnen (902).

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