Schüsse in der Nacht

Heimgekehrter Steirer über die Unruhen in Kairo

Steiermark
02.02.2011 20:06
Wegen der unsicheren Lage in Ägypten sind am Dienstag zwei Mitarbeiter der Wildoner Hereschwerke - Harald Fabian und Erwin Großschädl - heimgeflogen worden. "Steirerkrone"-Redakteur Manfred Niederl sprach mit Erwin Großschädl, der die Unruhen nur am Rande mitbekam. Sein Kollege und er hätten keine Angst gehabt.

"Krone": Herr Großschädl, kannten Sie Ägypten bereits?
Erwin Großschädl: Nein, es war mein erster Arbeitseinsatz in diesem Land. Am 21. Jänner sind mein Kollege und ich hinuntergeflogen, um in einem Stahlwerk in Sadat-City, etwa 100 Kilometer nordwestlich von Kairo, Arbeiten durchzuführen.

"Krone": Waren Sie außerhalb der Stadt auch einquartiert?
Großschädl: Nein. Wir haben in einem Hotel im Süden von Kairo genächtigt. Zum Hotel sind wir von einem Chauffeur gebracht worden. Allein hätte niemand von uns beiden fahren wollen.

"Krone": Wann wurde Ihnen bewusst, dass sich die Bevölkerung gegen ihren Präsidenten erhebt?
Großschädl: Erst am vergangenen Donnerstag. Da hätte ich technische Unterlagen von der Firma gebraucht, und ich wollte Bekannte kontaktieren. Doch das Internet funktionierte nicht, mailen war unmöglich. Im Fernsehen habe ich erfahren, warum das so war.

"Krone": Was haben Sie von den Demos miterlebt?
Großschädl: Wir waren am Stadtrand von Kairo. Ich habe einige Panzer gesehen, einige aufgeregte Menschen - aber nicht mehr als 20. Und ich habe nachts immer wieder Schüsse gehört.

"Krone": Wie konnte Sie die Firma doch noch erreichen?
Großschädl: Das war am Sonntag, weil das Telefonnetz wieder funktionierte.

"Krone": Ihr Kollege und Sie wurden am Dienstag zurück nach Österreich geflogen.
Großschädl: Ja, der Abflug mit der AUA hat sich nur um zehn Minuten verspätet.

"Krone": Hatten Sie Angst?
Großschädl: Nein! Da war auch kein mulmiges Gefühl.

Bild: Erwin Großschädl (rechts) und Harald Fabian (links) wurden von ihrem Chef Michael Rotter am Flughafen Wien-Schwechat abgeholt.

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