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Entnervter Hofer | Keine Lobeshymne

Entnervter Hofer: Der Obmann (Norbert Hofer) beendet seine Kur und gleichzeitig seine Zeit an der Spitze der Freiheitlichen Partei. Während der Herausforderer - und wohl auch Nachfolger (Herbert Kickl)  - gerade mit blauen Kameraden und Journalisten wandert. Als die Kunde vom Rücktritt des Parteiobmanns die Wandergesellschaft ereilt ist der Führer der Truppe wie vom Erdboden verschwunden: Ja, Obmannwechsel in der FPÖ - das sind so gut wie immer Umstürze. Man erinnere sich, wie Haider Steger davonjagte, denke an Knittelfeld oder Ibiza. Kaum mehr als zwei Jahre nachdem Heinz Christian Strache mit zunächst noch wenig Schimpf, aber schon viel Schande zurücktreten musste und ihm der biedere Norbert Hofer folgte, ist auch dieser Geschichte. Herbert Kickl, ewig im Hintergrund Straches Mastermind, dann in der türkis-blauen Regierung umstrittenster Innenminister der zweiten Republik, der vom Bundespräsidenten und Kanzler aus dem Amt geworfen wurde, hielt es in der zweiten Reihe der Freiheitlichen nicht mehr aus. Er stichelte und zündelte, bis Hofer jetzt entnervt aufgab. Während  Hofer -  mit freilich sehr mäßigem Erfolg - versucht hatte, mehr als nur die FPÖ-Kernschichten anzusprechen, bedient Kickl den harten Kern der blauen Stammwählerschaft perfekt. Das beschert sicher 15, allerdings höchstens 20 Prozent. Was es garantiert nicht beschert: Regierungsverantwortung. Sebastian Kurz hat gestern mit Hofer an der blauen Spitze seine  Koalitionsalternative verloren. Denn die Blauen verabschieden sich endgültig aus der Regierungstauglichkeit. Und machen wieder das, was sie am besten können: Totalopposition.  

Keine Lobeshymne. Wobei die Übernahme der Partei für Herbert Kickl zwar logisch, aber nicht die absolut „gmahte Wiesn“ sein wird. Denn auch innerhalb der Partei hat er zwar glühende Verehrer und Unterstützer. Aber auch hochrangige Skeptiker. Der oberösterreichische Landeshauptmann-Stellvertreter und stellvertretende Bundesparteiobmann Manfred Haimbuchner gilt als einer dieser Skeptiker. Im „Krone“-Interview im April nach seiner Genesung von schwerer Covid-Erkrankung hatte Haimbuchner „dieses ewige Herumgesäge“ an Parteiobmann Hofer als „unanständig“ bezeichnet. Und „größte Loyalität für den Obmann“ eingefordert. Nach der Rücktrittserklärung Hofers meinte Haimbuchner nun, der im kommenden Herbst seinen Wahlerfolg in Oberösterreich zu verteidigen hat: „Norbert Hofer hat die Partei strategisch dorthin gestellt, wo sie hingehört. Regierungs- als auch koalitionsfähig. Ich bedanke mich für seine Standhaftigkeit und Loyalität.“ Eine Lobeshymne an Herbert Kickl und seinen Kurs klingt anders…

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