25.05.2021 22:00 |

Landesweite Initiative

Gewalt gegen Frauen - Hilfe für Männer

In keinem Land der EU werden mehr Frauen als Männer ermordet als in Österreich. Seit Jahresbeginn sind elf Frauen ihren ehemaligen oder aktuellen Partnern zum Opfer gefallen: Das ist der traurige Anlass für eine weitere Initiative des Sozialressorts des Landes Steiermark und von SPAR Steiermark, die in den kommenden Wochen Gewaltschutz landesweit zum Thema macht und sich dabei ganz dezidiert an Männer richtet. In allen SPAR-Filialen werden mehr als 25.000 Info-Folder mit Kontaktdaten von Gewaltschutzeinrichtungen aufgelegt. Auf Zehntausenden Kassabons werden die Nummern des Männernotrufes Steiermark und des Gewaltschutzzentrums aufgedruckt. Zudem machen Plakate vor und in den Filialen auf das Thema Gewalt gegen Frauen aufmerksam. „Gewalt ist keine Privatsache, sondern sie geht alle an. Unser Ziel ist es, möglichst vielen Betroffenen den Weg heraus zu ermöglichen. Wir sehen, dass es sehr wichtig ist, dass wir uns auch um jene Männer kümmern, die zu Gewalt neigen“, betont Soziallandesrätin Doris Kampus.

Gesundheitslandesrätin Juliane Bogner-Strauß ergänzt: „Nur gemeinsam können wir es schaffen, Gewalt jedweder Art und insbesondere gegen Frauen, Mädchen und Kinder erst gar nicht entstehen zu lassen. Daher danke ich allen Menschen und Institutionen - und hier insbesondere der Firma SPAR, - die die vielfältigen Hilfsangebote aufzeigen und dazu beitragen, ein Thema aufzubrechen, das oft mit Scham und Angst einhergeht. Durch Bewusstseinsbildung haben wir die Chance, auf bestehende Beratungs- und Präventionsangebote niederschwellig aufmerksam zu machen.“

SPAR Steiermark Geschäftsführer Christoph Holzer: „SPAR unterstützt gerne bei diesem wichtigen Thema und hilft gerne mit, die steirische Bevölkerung zu sensibilisieren. Wir verteilen Infomaterial, damit Betroffene schnell und einfach erfahren, wo sie Hilfe erhalten.“

„Die Steiermark ist seit jeher Vorreiterin in Sachen Gewaltschutz. Umso mehr freut es mich, dass wir mit dieser Offensive einmal mehr Maßstäbe setzen können und uns gezielt an Männer richten“, unterstreicht Soziallandesrätin Doris Kampus: „Wir schauen hin und nicht weg. Und wir gehen in der Steiermark, durchaus vorbildhaft, innovative Wege.“

Konkret bedeutet dies, dass in allen SPAR Filialen Plakate und Info-Folder auf häusliche Gewalt und auf Auswege aufmerksam machen. Per Aufdruck auf dem Kassabon werden der österreichweit einzigartige Männernotruf und das Gewaltschutzzentrum als zentrale Anlaufstellen noch bekannter gemacht. Die Soziallandesrätin unterstreicht. „Wir hoffen, dass damit vielen Betroffenen die Scheu genommen wird, sich Rat und Hilfe zu suchen. Wir haben in der Steiermark eine Fülle von Hilfs- und Beratungsangeboten.“

Gut beraten, statt außer Kontrolle geraten
Unter dem Slogan bietet der Männernotruf Steiermark vor allem Männern und männlichen Jugendlichen in Konflikten, Krisen aller Art und Gewaltsituationen eine erste, unmittelbare und niederschwellige Anlaufstelle und Hilfe rund um die Uhr an. „Prävention ist ein wichtiger Teil, um Gewalt an Frauen und Kindern zu verhindern. Wir sind Ventil für Aggression, Frust und Verzweiflung, geben Männern rund um die Uhr die Möglichkeit, über ihre Krisen zu reden und sich Rat und Hilfe zu holen, damit es nicht zu einer Entladung in Form von Gewalt kommt“, erläutert der Leiter des Männernotrufes, Eduard Hamedl. „Ein vertrauensvolles Gespräch ist oft der erste Schritt zur Veränderung.“ Gerade jetzt sei es so wichtig, die Bevölkerung zu informieren, wo „Mann“ sich Hilfe holen kann. Die Firma SPAR leistet durch den Aufdruck der Nummer des Männernotrufes auf den Kassabons einen großen Beitrag dazu.

Frauen schämen sich oft
„Viele Frauen leben in chronischen Gewaltbeziehungen, oft wissen sie gar nicht, in welch gefährlichen Situationen sie sich befinden“, hebt Marina Sorgo vom Gewaltschutzzentrum hervor. „Sich jemandem anzuvertrauen, ist wichtig. Frauen schämen sich oft dafür, was ihnen “passiert’ ist. Sie sind nicht für die Gewalt verantwortlich und können Hilfe von Fachkräften erwarten.„ Das Gewaltschutzzentrum gibt es bereits 25 Jahre, jährlich betreut es rund 3000 Personen.

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