Wollte Dealer stoppen

„Gaunerjäger“ (81) bekommt kein Schmerzensgeld

Seine Zivilcourage kam einen Linzer teuer zu stehen. Der damals 81-Jährige wollte am 27. März des Vorjahres der Polizei helfen, einen flüchtenden Dealer (20) zu stoppen. Doch der Afghane rannte den Senior einfach nieder. Dieser stürzte, brach sich dabei die Hand und wollte von der Republik Schmerzensgeld: abgelehnt!

Rückblende zum 27. März 2020, 16 Uhr, Linz: Ein afghanischer Dealer (20) aus Pregarten flüchtet vor der Polizei. Peter Wachberger (damals 81): „Ich bin mit meiner Frau im Auto gesessen. Plötzlich sind zwei Burschen vorbeigelaufen, gleich dahinter die Funkstreife mit Blaulicht. Ich bin einem nach. Er ist immer wieder entwischt. Ich hab' dann gesehen, wie er im Haus Walthersraße 24 verschwand.“

Pensionist stürzte
Der Pensionist blockierte die Einfahrt, informierte einen Polizisten, wo der Verdächtige war. Als der Flüchtige zurückkam, eskortiert von dem Polizisten, versperrte Wachberger sicherheitshalber den Gehweg. „Auf einmal hat er mich mit voller Wucht zur Seite und rücklings zwischen zwei parkende Autos gestoßen und ist wieder geflüchtet. Ich hätte auf den Kopf fallen können.“ Der Afghane wurde später in einem Abstellraum gefasst. Abends bekam Wachberger Schmerzen, ein Mittelhandknochen war gebrochen, er wurde für vier Wochen eingegipst.

Antrag wurde abgelehnt
Der Linzer stellte im Februar, vertreten durch den Steyrer Anwalt Hubert Niedermayr, beim Sozialministerium einen Antrag auf Zuerkennung einer Pauschalentschädigung nach dem Verbrechensopfergesetz, forderte 2000 bis 4000 Euro.

Vorsätzlich in Gefahr gebracht
Doch nun kam die Absage. Begründung: „Da der Flüchtige bereits von der Polizei verfolgt wurde und zu keinem Zeitpunkt eine Gefahr für die Allgemeinheit gegeben war, bestand für Sie kein Anlass, in die Amtshandlung einzugreifen.“ Er habe sich „vorsätzlich“ der Gefahr ausgesetzt.

Christoph Gantner
Christoph Gantner
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