18.05.2021 22:15 |

Mitten in Corona-Krise

Viele Tote und Vermisste durch Zyklon in Indien

Zyklon „Tauktae“ ist an der Küste des Unionsstaates Gujarat im Westen Indiens auf Land getroffen. Mindestens 38 Menschen starben laut Behördenangaben seit dem Wochenende. Der Wirbelsturm erschwert auch Indiens Kampf gegen das Coronavirus: Tausende Menschen, darunter auch Covid-19-Patienten in Krankenhäusern, wurden von der Küste weggebracht. Es soll sich um den schwersten Sturm im Westen Indien in den vergangenen 30 Jahren handeln.

90 Menschen werden vermisst, nachdem ein Lastkahn durch den Wirbelsturm „Tauktae“ vor der Küste der indischen Millionenstadt Mumbai gesunken ist. Die Marine hat bisher 183 Menschen gerettet. Der Zyklon war Ende vergangener Woche entstanden und hat der Westküste Indiens Verwüstung, Wind und Regen gebracht.

Die Rettungsarbeiten nach dem Bootsunglück mit zwei Schiffen und Helikoptern verliefen schwierig, weil die Wellen sehr hoch und die Winde stark seien, sagte ein Sprecher der indische Marine. Zudem habe man noch von einem anderen Schiff mit 137 Crewmitgliedern einen Hilferuf erhalten.

Der Zyklon prallte - vom Arabischen Meer kommend - mit Windgeschwindigkeiten von bis zu 185 Kilometern pro Stunde auf Land. Der indische Wetterdienst meldete bis zu drei Meter hohe Sturmfluten in einigen Regionen Gujarats. 

Patienten aus Gefahrengebieten evakuiert
Im Staat Gujarat wurden am Sonntag und in der Nacht zum Montag mehr als 150.000 Menschen vor dem Sturm in Sicherheit gebracht. Sämtliche Covid-19-Patienten wurden sicherheitshalber in Krankenhäuser verlegt, die mehr als fünf Kilometer von der Küste entfernt liegen. Corona-Impfungen wurden für zwei Tage ausgesetzt.

Zyklon „Tauktae“ wütet in Indien:

In der weiter südlich gelegenen Metropole Mumbai waren bereits am Sonntag 580 Corona-Patienten in Sicherheit gebracht. Dort schlossen die Behörden wegen des Unwetters am Montag für mehrere Stunden den Flughafen.

Corona-Stationen unter Wasser gesetzt
Die Bewohner wurden aufgefordert, zu Hause zu bleiben. Aus Küstenregionen des Staates Maharashtra, in dem Mumbai liegt, wurden 12.500 Menschen in Sicherheit gebracht. In einem Krankenhaus im Staat Goa wurde eine Corona-Station teilweise unter Wasser gesetzt, weil es durch geöffnete Fenster hereinregnete.

Zyklon ist ein „heftiger Doppelschlag“
Am Montag wurden 4100 Todesfälle und 280.000 Infektionen innerhalb von 24 Stunden gemeldet. Viele Krankenhäuser sind angesichts der Situation völlig überlastet. In den voraussichtlich am schwersten vom Zyklon betroffenen Gebieten versuchten die Behörden deshalb alles, um Stromausfälle in Krankenhäusern und in Anlagen zur Sauerstoffproduktion zu verhindern. Der Zyklon sei für Millionen Menschen in Indien ein „heftiger Doppelschlag“, sagte Udaya Regmi von der Internationalen Föderation der Rotkreuz- und Rothalbmond-Gesellschaften.

Mara Tremschnig
Mara Tremschnig
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