Heute vor 25 Jahren verlor Rapid in Brüssel das Finale im Europacup der Cupsieger gegen Paris mit 0:1. Dennoch wurden die Verlierer wie Helden gefeiert. Das werden Barisic, Konsel und Co. nie vergessen.
„Mit dem Schlusspfiff realisiert man sofort, dass das unsere Chance auf Unsterblichkeit war.“ Zoki Barisic wird den Moment nie vergessen. Schlusspfiff in Brüssel, Rapids Spieler sinken zu Boden, 0:1 gegen Paris, der Traum geplatzt ...
... doch nach der kurzen Schockstarre bekommen alle eine Gänsehaut: Weil rund 15.000 Rapid-Fans ihre Verlierer minutenlang feiern. „Sie haben uns empfangen, als hätten wir gewonnen“, strahlt Michi Konsel, der damalige Kapitän. „So etwas wird es nie wieder geben. Das waren extreme Emotionen.“
Weshalb man heute, exakt 25 Jahre nach der Final-Niederlage im Europacup der Cupsieger, auch in Hütteldorf nur von einem „wunderschönen Jubiläum“ spricht. Obwohl Peter Schöttel damals bei diesem Tausendgulden-Freistoß von N’Gotty den Ball so unglücklich abgefälscht hatte. „Unhaltbar“, ist sich Konsel noch heute sicher. „Wir waren so eine geile Truppe, aber im Finale wollten wir zu viel, sind wir verkrampft“, weiß Carsten Janker. Der mit seinem Turban die spektakuläre Reise durch Europa bis nach Brüssel gegen Sporting Lissabon und Feyenoord Rotterdam mitgeschrieben hatte. „Alle sind über sich hinausgewachsen“, sagt Konsel. Weil Trainer Ernst Dokupil seine Burschen an der langen Leine hielt, alle Freiheiten gab.
Echte Helden nach Titel
Das reichte nur gegen PSG, das auch 1996 schon Weltklasse war, nicht. „Für uns war es ein Fußball-Märchen“, schreibt der damalige Verteidiger Michi Hatz in seinem Buch sogar von einem Lebenstraum. „Ohne Ghostwriter, meine Emotionen“, lächelt Hatz. Und auch in Hütteldorf wird heute beim Online-Stammtisch auf RapidTV (ab 19.30) das Jubiläum zelebriert. 25 Jahre danach fühlt es sich auch wie ein Triumph an. Zumal man damals ja auch im Liga-Finale zwei Wochen später Sturm mit 2:0 aus dem ausverkauften Happel-Oval schoss, Meister wurde. Echte Helden eben.
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