Gruß aus der Hölle?

„Opfer“ muss nun wegen schwerem Betrug vor Gericht

Es war wie ein Gruß aus der Hölle: Ausgerechnet am Karsamstag, dem 11. April 2020, wurde die Wohnung eines Trafikanten (39) in Laakirchen angezündet und sein Auto in einem Wald abgefackelt. Die Staatsanwaltschaft Wels hat nun Anklage gegen das „Opfer“ erhoben. Ihm wird versuchter schwerer Betrug vorgeworfen.

„Die Anklage lautet auf versuchten schweren Betrug. Darauf stehen bis zu drei Jahre Haft“, erläutert Silke Enzlmüller von der Staatsanwaltschaft Wels den Sachverhalt. Der Beschuldigte soll drei unrichtige Schadensmeldungen bei der Versicherung eingereicht haben. „Er hat seine Wohnung samt Inhalt sowie seinen Pkw als Schaden eingereicht, obwohl er die Brände selbst gelegt haben soll. Dadurch wollte er die Versicherung zur Auszahlung von 148.000 Euro bewegen.“ Ein Prozesstermin steht noch nicht fest – die Rechtswirksamkeit der Anklage fehlt.

Mutter kämpft wie eine Löwin um ihren Sohn
Die Mutter des Beschuldigten zieht indes alle Register, um ihren Sohn doch noch zu entlasten. Sie kritisiert, dass der LKA-Ermittler ausschließlich ihren Sohn als Täter in Betracht gezogen habe: „Für diesen Herrn stand also bereits am 17. April 2020 zu 95 Prozent fest, dass mein Sohn nicht Opfer des miesen Brandanschlages war, vielmehr war er sich sicher, dass mein Sohn der ,Täter‘ ist.“

Die Frau ist verbittert: „Mein Sohn, der eineinhalb Jahre, nachdem er zum Opfer geworden ist, plötzlich zum Angeklagten wird. Vielleicht wird er sogar noch unschuldig schuldig gesprochen.“

Christoph Gantner
Christoph Gantner
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Sonntag, 13. Juni 2021
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