01.05.2021 06:30 |

Wanderführer dabei

All-Inclusive-Pilgern als Urlaubstrend

Bei Pilger-Urlauben verzeichnen die Verantwortlichen eine „deutlich stärkere Nachfrage“ als zuletzt. „All-Inclusive-Pakete“ mit eigenem Wegbegleiter sind besonders gefragt.

Schon seit Jänner läuten die Telefone im Büro von Roland Stadler, Sprecher der Initiative „Netzwerk Pilgern in Österreich“, heiß: „Die Nachfrage ist deutlich stärker als zuletzt, bereits seit Jahresbeginn bekommen wir sehr viele Anfragen herein“, erzählt er.

24.000 Pilger-Kilometer
Statt einem verlängerten Wochenende in Italien oder einem Kroatien-Urlaub ziehen vor allem immer mehr junge Menschen und Familien eine Wallfahrt im Inland vor. Hinzu kommt, dass beliebte Pilgerwege in Spanien oder Frankreich Pandemie-bedingt noch immer nicht in Frage kommen: „Es gibt ja bei uns mittlerweile ein 24.000 Kilometer starkes Pilgerwegenetz, etliche Touren sind in einer Woche gut machbar - also ideal für einen Urlaub“, weiß Stadler.

Ein weiterer Pluspunkt ist die Voll-Servicierung: „Es gibt Kartenmaterial, genügend spezialisierte Beherberger, Beschilderungen - es ist einfach alles an Infrastruktur da“, so der Experte.

Wanderführer und Seelsorger
Dass auch eine Wallfahrt als „All-inclusive-Urlaub“ möglich ist, wissen wohl die wenigsten: „Wir organisieren, sofern erwünscht, alles: Von der Etappen-Planung über die Nächtigungsbuchung bis hin zum Rücktransport. Eine Morgen- und Abendandacht kann ebenso dazu gebucht werden“, berichtet Karl Paar.

Mariazell beliebt
Der 59-Jährige ist einer von etwa 170 steirischen Pilgerbegleitern, übrigens eine Tätigkeit, die im Ehrenamt ausgeführt wird: „Das Interesse ist heuer erfreulicherweise steigend, der Klassiker nach Mariazell ist besonders beliebt“, so Paar, „Reiseführer und Seelsorger“ in einem, wie er selbst sagt.

Starker Spendenrückgang
In Österreichs bedeutendstem Wallfahrtsort Mariazell hofft man nach dem Totalausfall großer Pilgergruppen im Vorjahr (vor allem aus dem Ausland) heuer ganz besonders auf einen Aufschwung. „Wir bekommen nun endlich auch wieder Anfragen von größeren Gruppen“, hat Yvonne Rühringer vom Pilger-Beherbergungsbetrieb „Holzbox Niederalpl“, gute Nachrichten parat. Bis zu 66 Gäste können in dem Haus am Weg zur Magna Mater Austriae Unterschlupf finden, vor allem an den Wochenende wäre man bereits „recht gut ausgelastet“.

Impfpass für Kirchenzutritt?
Bei den Verantwortlichen ist die Stimmung dennoch gedämpft: „Zu vieles steht noch in den Sternen“, meint Roland Stadler. „Aktuell wird die heikelste aller Fragen ja gerade erst geklärt - nämlich, ob man nur mit Impfpass Einlass in die Kirche bekommt“, äußert der Seelsorger große Bedenken.

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