07.04.2021 10:00 |

Polizei rät zu Anzeige

Immer mehr Pelze bei „Auktionator“ verschollen

Nach unseren beiden Berichten über das „Auktionshaus Baden“ meldeten sich bei der Ombudsfrau bisher rund 20 Betroffene. Sie alle hatten oder haben Probleme mit dem „Auktionshaus“. Dieses bestreitet über einen Anwalt alle Vorwürfe und verweist auf einen gemeldeten Einbruch. Die Polizei rät zu einer Anzeige!

„Seit Mitte März wurde mir telefonisch mehrmals versprochen, dass ich meine Sachen zurückerhalte“, so Ella S. aus Wien. Die frühere Geschäftsfrau hat bereits 2018 zwei Pelze und einen Ledermantel übergeben - damals nannte man sich noch „Auktionshaus Bella“. Für die Reinigung zahlte sie 600 Euro, als Erlös wurden rund 9000 Euro in Aussicht gestellt. Öfter habe sie nachgefragt, sei stets nur vertröstet worden. Geld habe sie, so Frau S., keines erhalten, von einem Einbruch sei ihr gegenüber nie die Rede gewesen. Die Wienerin hat mittlerweile Anzeige erstattet.

Ernst H. hat letztes Jahr eine Lithografie und einen Pelz, für dessen angebliche Reinigung ebenfalls kassiert wurde, überlassen. Rufpreis für die Objekte: 1250 Euro. Seither herrsche Funkstille. Bei dem Niederösterreicher habe sich keiner gemeldet. Auch sei nie jemand erreichbar gewesen, weshalb Herr H. den Fall ebenfalls angezeigt hat. Und sogar in Kärnten hat man anscheinend agiert: Reinhilde K. berichtet, sie habe 2020 in einem Hotel in Klagenfurt Pelze abgegeben, auf die Rückgabe warte sie bis heute vergeblich.

Auch als „Pfandhaus Eisenstadt“ tätig, Vorwürfe werden bestritten
Bis dato haben sich ca. 20 Betroffene gemeldet. Objekte seien entweder nie verkauft oder nicht zurückgegeben worden. Geld haben die Verkäufer nur selten erhalten. Ausreden offenbar dafür umso mehr. Mittlerweile wird übrigens auch in Eisenstadt firmiert. Über die Facebook-Seite „Pfandhaus Eisenstadt“ (bisher „Auktionshaus Eisenstadt“) bzw. in einem Geschäftslokal am Esterházyplatz in der burgenländischen Landeshauptstadt. Über einen Anwalt ließ das „Auktionshaus Baden“ der Ombudsfrau mitteilen, dass bei einem Einbruch, der angezeigt wurde, übernommene Ware gestohlen und zurückgelassene beschädigt worden sei. Man sei nach wie vor damit beschäftigt, diese konkreten Eigentümern zuzuordnen.

Causa bei Polizei bekannt - diese rät zur Anzeige
Fragt sich nur, wie diese Zuordnung genau erfolgen soll? Auf allen Übernahmescheinen, die die Ombudsfrau bisher gesehen hat, wurden nie laufende bzw. klar zuordenbare Objektnummern vergeben. Zur Frage, welche Versicherung den Schaden nun abwickelt, schweigt man aber weiter. Deutlich geantwortet hat die Landespolizeidirektion NÖ auf Anfrage. Die Causa sei polizeilich bekannt, man rate Betroffenen unbedingt, Anzeige bei der nächsten Polizeidienststelle zu stellen! Fortsetzung folgt.

 Ombudsfrau
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