„Perverses System“

Forderung nach 700 Euro spaltet den Amateurfußball

Dass die Gewerkschaft nun höhere Aufwandsentschädigung für Hobbyspieler fordert, kommt nicht überall gut an.  Für Bezug von 700 statt 540 Euro gibt es Gründe, die dafür und dagegen sprechen.

Spinnen die jetzt komplett und können den Hals nicht voll bekommen“, sagen die einen. „Gut, dass die Summe jetzt angehoben wird“, meinen die anderen. Die Fußballer-Gewerkschaft fordert zusammen mit dem ÖFB und den neun Landesverbänden eine Erhöhung der Aufwandsentschädigung für Amateurkicker.

700 pro Monat
Aktuell kann jeder Verein im Monat pro Spieler oder Trainer 540 Euro steuerfrei bezahlen. Künftig sollen es sogar 700 Euro pro Monat sein – für ein Hobby! Das Hauptargument dabei ist, dass der bereits 2009 eingeführte Betrag bisher trotz Inflation nicht erhöht worden ist.

„Ein Wahnsinn“
Das gilt von der Regionalliga bis zur 2. Klasse. Damit würden Hobbykicker auch in den untersten Ligen für meist zwei Trainings und ein Spiel pro Woche maximal mehr als die meisten Lehrlinge oder etwa teilzeit-beschäftige Verkäufer, Friseure oder Reinigungskräfte verdienen. „Wahnsinn“, sagt mit Volker Ortlechner der Sektionsleiter von Siebentligist TSV Ort.

„Perverses System“
Vor allem die einheitliche Vergütung in Liga 3 bis 8 stößt vielen Funktionären sauer auf. „Das ist schon jetzt für viele Klubs gerade in den unteren Klassen eine extreme Belastung“, weiß Ortlechner. Erklärung: „Wir als Ehrenamtliche laufen das ganze Jahr für jeden Euro. Das ist ein perverses System, wir verlieren den Bezug zur Realität“, so der Funktionär, der fragt: „Welche Spieler müssen wir entschädigen – jene die Qualität bringen oder auch den Durchschnittskicker?“ Schon jetzt werden in den untersten Ligen teils 10.000 Euro pro Jahr bezahlt. Was die Klubs freiwillig machen, für Erfolg aber oft die Voraussetzung ist.

Markus Neißl, Kronen Zeitung

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Mittwoch, 21. April 2021
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