Die Durststrecke dauerte 22 Jahre. WM oder EURO - Schottland war nie dabei. Nun sind die „Bravehearts“ zurück, was auch ihrem Kapitän zu verdanken ist: Andy Robertson. Mit McTominay (Man. United), Tierney (Arsenal) oder McGinn (Aston Villa) haben die Schotten mehrere namhafte Spieler. Doch Robertson ragt heraus
Weil er bei Celtic Glasgow für zu klein und schmächtig befunden wurde, flog er aus der Akademie. So kickte er mit 19 bei Viertligist Queens Park, jobbte nebenbei als Verkäufer für Herren-Oberbekleidung. „Das Leben in diesem Alter ist Müll ohne Geld“, sagte Robertson damals. Zudem half er beim schottischen Verband als Bürokraft aus, war bei den Länderspielen im Hampden Park dabei. Als Platzanweiser auf der VIP-Tribüne.
Aber er gab seinen Traum nicht auf. Über Dundee United kämpfte er sich nach England zu Hull, seit 2017 ist er Liverpools Waffe auf der linken Außenbahn. „Ich glaube nicht, dass sich viele Fans auf mich freuten“, sagt Robertson. „Aber Jürgen Klopp hat etwas in mir gesehen.“ Was sich bezahlt machte: Robertson holte mit den „Reds“ 2019 die Champions League, wurde letzte Saison englischer Meister.
Sein Marktwert liegt nun bei 70 Millionen Euro. Sein Gehalt (drei Millionen Euro pro Jahr) wird wohl im Sommer, wenn sein Vertrag ausläuft, aufgefettet werden. Seine Geldsorgen sind gelöst. Österreich ist morgen sein größtes Problem. Hoffentlich
Rainer Bortenschlager, Kronen Zeitung
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