10.03.2021 18:00 |

Flachgautunnel

Erst Steinkrebs, jetzt Laufkäfer

Umweltschützer haben im vergangenen Jahr einen Bestand des geschützten Schwarzen Grubenlaufkäfers in Köstendorf festgestellt. Das könnte Auswirkungen auf das Milliardenprojekt Flachgautunnel der ÖBB haben. Das Bahnunternehmen wird daher bis zum Herbst 2021 das Vorkommen und die Verbreitung untersuchen.

Großprojekte und Umweltschutz sind schwer unter einen Hut zu bekommen. So hat bereits der streng geschützte Steinkrebs den bevorzugten Deponiestandort für den Flachgautunnel der ÖBB verhindert. Mit dem Schwarzen Grubenlaufkäfer haben Umweltschützer im vergangenen Jahr, wie berichtet, eine weitere geschützte Tierart nach eigenen Untersuchung an Tageslicht gebracht. Der Käfer hat nun Auswirkung auf das Milliardenprojekt. „Ziel ist es, nach den im Raum stehenden Käferfunden durch eine neuerliche Kartierung im gesamten Projektgebiet genauestens über die Verbreitung und das Vorkommen des geschützten Schwarzen Grubenlaufkäfers Bescheid zu wissen“, sagt Robert Mosser von den ÖBB. Vor einer öffentlichen Auflage der UVP-Unterlagen werden somit noch weitere Untersuchungen angestellt. Die Erhebung soll bis zum Spätherbst dauern und danach bewertet werden.

Deponiestandort musste schon verlegt werden
Der geplante zweigleisige Bahntunnel von Köstendorf bis in die Landeshauptstadt soll 16,8 Kilometer lang werden und die Bestandsstrecke entlasten. 20 Jahre lang wurde in Salzburg um diese Lösung gekämpft, denn ursprüngliche Pläne hätte eine oberirdische viergleisige Trasse vorgesehen. Wegen des Steinkrebses musste 2020 ein alternativer Standort für die Aushubdeponie gefunden werden.

Felix Roittner
Felix Roittner
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