06.03.2021 10:00 |

Forum Stadtpark Graz

Heidrun Primas: „Kunst kann alles und muss nichts“

Mit Kultur können wir die Welt verbessern - daran glaubt Heidrun Primas, die (Noch-)Chefin des Forum Stadtpark in Graz, fest. Sie zählt zu einer Riege starker Frauen in der steirischen Kulturszene. 

Die Grazer Kulturszene weist eine ganze Reihe starker Frauen auf. Eine, die unglaublich viel bewirkt, ist Heidrun Primas, die Leiterin des Forum Stadtpark. Für sie ist Kulturarbeit aber weit mehr als das Verharren in einer einflussreichen Position.

Das Forum wiederbelebt
Seit mittlerweile zehn Jahren leitet Heidrun Primas die Geschicke des Forum Stadtpark, und ihr ist in dieser Zeit gelungen, was kaum einer für möglich hielt. Von kaum noch vorhandener Wahrnehmung ist das Forum wieder zu einem wichtigen, international hervorragend vernetzten Player im steirischen Kulturgeschehen geworden. Für Heidrun Primas genau der richtige Zeitpunkt, sich aus ihrer Position als nach Alfred Kolleritsch immerhin am zweitlängsten dienende Präsidentin des Forum zurückzuziehen.

„Gehen, wenn es am Schönsten ist“
„Der Entschluss ist lange in mir gereift“, sagt sie, und: „Ich bin hier zu einer Art Autorität geworden, möchte mit anderen aber lieber auf Augenhöhe arbeiten.“ Deshalb will sie das bestens aufgestellte Forum Stadtpark nun an jüngere Übergeben, die neue Perspektiven einbringen. Sollte ihr Rat gefragt sein, steht sie natürlich zur Verfügung, auch beim einen oder anderen Projekt will sie weiter mitarbeiten.

Der Kulturszene bleibt sie erhalten, will künftig sogar noch mehr „Kulturarbeit“ leisten. Und diesen Begriff fasst sie zwar weit, hat ihn aber für sich schon sehr genau definiert. „Ich sehe darin ein politisches Aktionsfeld, bei dem man Unterschiedliches zusammenbringen kann, durch hinschauen, hinhören, vermitteln und moderieren“, betont Primas.

Kultur, die sich einmischt
Und lebt das gleich in der Praxis vor: Seit einiger Zeit ist sie jedes Wochenende im von ihr nach einem Aufenthalt auf der Insel Lesbos mitinitiierten „Camp für Moria“ auf dem Freiheitsplatz aktiv. „Hier geht es uns nicht um willkürliche Willkommensangebote, wo wir jeden in unser Land lassen wollen. Hier geht es vielmehr um die Fragen: Was ist möglich? Was ist zumutbar?“, betont die Aktivistin.

„Und vor allem geht es darum, den Menschen die Angst zu nehmen. Eine Kultur der Begegnung ist da sehr wichtig.“ Sie wolle ganz einfach ein Bewusstsein dafür schaffen, dass wir eine Weltgesellschaft sind, die die großen Probleme unserer Zeit nur gemeinsam lösen kann. Je länger man mit Heidrun Primas redet, desto mehr teilt man ihre Erkenntnis, dass Kulturarbeit mit Friedensarbeit gleichzusetzen ist.

Kunst muss nichts und kann alles
Ein ganz wichtiger Teil in ihrem Engagement ist die Kunst. „Sie ist ein Werkzeug, das am stärksten von der Freiheit genährt ist. Kunst kann alles und muss nichts“, lautet ihr Credo. Es geht ihr aber auch hier darum, Brücken zu bauen und Verbindungen zu schaffen - vor allem zur Bildung und zum Sozialen. „Gerade in diesen Bereichen, die für die Gesellschaft so wichtig sind, wird die Förderung systematisch gekürzt, werden Initiativen von unten herauf ausgehöhlt. Auch in diesem Fall sind wir gemeinsam viel stärker und können Lösungen finden“.

Die ruhige, positive Energie, mit der Heidrun Primas ihre Vorhaben in Angriff nimmt, vermittelt Zuversicht. Man glaubt ihr aufs Wort, dass durch das Miteinander-Reden alles viel besser wird. Damit hat sie schon sehr viel Kulturarbeit geleistet.

Michaela Reichart
Michaela Reichart
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