„Eigene“ gegen Vize

Wilde Grabenkämpfe um Kanal in Bezirksstadt

Eigentlich schien die erste Gemeinderatssitzung nach ihrer Wahl zur Stadtchefin perfekt zu werden. Eunike Grahofer (VP) konnte überraschend sogar einen Interessenten für einen Motel-Bau in Waidhofen an der Thaya präsentieren. Bis dann starke Ungereimtheiten beim Abwasserprojekt ihres grünen Vizes auftraten.

Denn bei der Vergabe der Arbeiten für Wasserleitung und Kanal des Ortes Matzles fragte FP-Stadtrat Gottfried Waldhäusl nach: „Wer hat denn die Vergabe der Ausschreibung beschlossen, die im Dezember veröffentlicht wurde?“ Vizebürgermeister Martin Litschauer konnte darauf keine Antwort geben. Noch delikater wurde es, als Waldhäusl betonte, dass angeblich noch nicht alle Anrainer-Unterschriften für das Projekt da seien und Litschauer bestätigte, dass sich Grundstückseigentümer querlegen würden. „Glaubst du nicht, dass man sich vor der Arbeitsvergabe eine Zustimmung holt, dort auch wirklich graben zu dürfen?“, fragte der Freiheitliche. Er fürchtet Schadensersatzansprüche, sollte die Firma mangels Einwilligung ihre Arbeiten nicht ausführen können. Diese Unsicherheit bewegte dann auch VP, SP und Litschauers eigene Parteikollegen, dem Gegenantrag Waldhäusls zuzustimmen und zuerst Rechtssicherheit herzustellen. Das Projekt muss schleunigst umgesetzt werden, von der Behörde gibt es bereits eine verlängerte Galgenfrist für die Kanalgrabungen bis Ende 2021.

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Eigentlich wäre es an der Zeit, dass Litschauer still und leise geht und nicht noch mehr Schaden als Vizebürgermeister von Waidhofen an der Thaya anrichtet.

FP-Stadtrat Gottfried Waldhäusl

Koalitionskrach kündigt sich „lautstark“ an
VP-Stadtchefin Eunike Grahofer wird das Projekt nun selbst in die Hand nehmen. Es sei nicht nachvollziehbar, dass Litschauer die Bauausschreibung im Februar im Stadtrat zur Beschlussfassung vorlegte, obwohl sie bereits im Dezember durchgeführt wurde. Litschauer beruft sich auf einen Beschluss des Gemeinderates von 2012 zum Kanalprojekt – man wollte damals Synergien mit der Wasserversorgung nutzen. Und er schlägt um sich: „Ich hätte gerne schon früher Hilfe von der VP gehabt.“ Außerdem sieht er es als Fehler der Verwaltung, die Diskrepanzen nicht bemerkt habe.

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Wir wissen immer noch nicht, wer den Auftrag gegeben hat. Wir müssen das Projekt wegen der Fristen rasch umsetzen. Ich muss das nun selbst in die Hand nehmen.

VP-Bürgermeisterin Eunike Grahofer

René Denk
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 Niederösterreich-Krone
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