06.02.2021 16:02 |

Es kommt mehr

Erster AstraZeneca-Impfstoff da: „Ein großer Tag“

Genau um 1.48 Uhr Samstagfrüh traf die erste AstraZeneca-Lieferung bei Herba Chemosan in Wien-Simmering ein. Hier wird die heiße Ware entsprechend gekühlt und verteilt. Vorteil des Impfstoffs: Das geht bei Kühlschranktemperatur. Vorerst sind 36.000 Dosen da, am Freitag wird die nächste Lieferung erwartet. Bis Ende März werden es gesamt 700.000 Dosen sein, verspricht Sarah Walters, Geschäftsführerin von AstraZeneca Österreich. Sie ist auch zuversichtlich, dass man der EU letztlich die gesamten geplanten 300 Millionen Dosen wird liefern können.

Die Aufteilung der ersten Vakzine an 16 Standorte erfolgte jedenfalls „sofort“, so Herba-Chemosan-Vorstand Andreas Windischbauer. Auch Verteidigungsministerin Klaudia Tanner ist erfreut über die Vakzine, denn: „Jeder Mensch, der geimpft ist, hilft ein Stück mit, die Pandemie zu besiegen.“ Das Bundesheer hilft - wie stets - im Logistik-Bereich tatkräftig mit.

AstraZeneca: „Sehen Licht am Ende des Tunnels“
Ein günstiger Impfstoff sei kein schlechter, sagt Sarah Walters. Sie ist Geschäftsführerin von AstraZeneca Österreich und spricht im Interview mit der „Krone“ über den Impfstoff.

„Krone“: Sie haben heute viele Leute glücklich gemacht.
Sarah Walters: Heute ist ein großer Tag, wir freuen uns sehr, dass wir die ersten Impfstoff-Dosen liefern konnten.

Wie erleben Sie den Druck, der auf Ihnen lastet, auch wegen der Unstimmigkeiten mit der EU wegen der Liefermenge?
Sie können sich vorstellen, dass die ganze Pharmaindustrie in dieser Pandemie unter Druck steht. Wir haben alle die Verpflichtung zu tun, was wir können, um so rasch wie möglich sicheren Impfstoff herzustellen. Wir sind uns dieser großen Verantwortung bewusst, wir wollen Menschen helfen – diesen Druck spüren wir.

AstraZeneca ist im Vergleich mit anderen Impfstoffen sehr günstig – kann das ein gutes Produkt sein?
Man darf nicht vergessen, dass der Preis nichts mit der Qualität zu tun hat. Die Universität Oxford hat die Technologie, die wir für unseren Impfstoff nutzen, aufgrund ihrer Erfahrungen mit MERS und Ebola entwickelt, damit im Fall einer Pandemie rasch reagiert werden kann. Dazu braucht es auch den weltweiten Zugang zu Impfstoff, das können wir mit unserem Produkt leisten.

Was denken Sie über andere Vakzine wie Sputnik?
Ich denke, um die Pandemie zu bekämpfen, brauchen wir so viel Impfstoff wie möglich. In Österreich können wir uns glücklich schätzen, dass wir schon drei sichere haben. Es müssen ja alle Vakzine den gleichen Prüfvorgang durchlaufen, bevor sie auf den Markt kommen.

Was erwarten Sie in den kommenden Monaten?
Wir sehen Licht am Ende des Tunnels. Die Impfstoff-Produktion steigt Tag für Tag, und jeder Tag bringt uns näher ans Ende der Pandemie.

Silvia Schober, Kronen Zeitung

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