04.02.2021 06:00 |

Kritik wird laut

Pharmakonzerne kassieren in der Corona-Krise ab

Der rettende Impfstoff - endlich ist er da. Doch es wird auch Kritik an der Pharmabranche laut. Ist sie der Gewinner der großen Krise? Knapp 60 Prozent der Menschen in Israel wurden bereits gegen das Coronavirus geimpft. Warum bekamen bei uns bisher nur 2,9 Prozent der Bürger den vielleicht rettenden Piks? Richtig. Es ist eine Frage des Geldes. Und bei den so dringend benötigten Seren schossen die Preise in die Höhe. Natürlich: Die Wirtschaft lebt vom Wettbewerb. Aber es wird auch Kritik laut.

„Was jetzt in Europa passiert, beobachten wir schon seit Jahren in ärmeren Ländern der Welt: Arzneien sind nicht verfügbar oder nicht leistbar“, erklärt Marcus Bachmann, Experte für Virusepidemien und Einsatzleiter von Ärzte ohne Grenzen (MSF) Österreich. Der international anerkannte Experte findet drastische Worte: „Jede Woche sterben weltweit offiziell 100.000 Personen, wahrscheinlich viel mehr, an Covid-19. Industrielle Profitmaximierung auf Kosten des Überlebens so vieler ist ethisch nicht akzeptabel.“

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Es ist widersinnig, dass einzig eine Pharmafirma über dieses von steuerzahlenden Bürgern ausfinanzierte Eigentum entscheiden darf.

Marcus Bachmann von Ärzte ohne Grenzen

„Keine Rede von Transparenz“
Univ.-Prof. Dr. Michael Kunze, Facharzt für Hygiene und Mikrobiologie: „Mit der Transparenz hinsichtlich Corona-Impfstoff schaut es so aus wie einem trüben Swimmingpool, der schon lange nicht gereinigt wurde. Keine Rede von Transparenz also. Einziger Ansatz für eine Verteidigung: Weder EU noch Politiker noch die unzähligen Experten kennen sich aus.“

Alexander Herzog, Generalsekretär der Pharmig, des Verbands der pharmazeutischen Industrie Österreich sieht das anders. Er meinte auf Ö1: „Wir sind der Leuchtturm in dieser Krise. Die Industrie hat es geschafft, innerhalb von nur zehn Monaten einen zulassungsfähigen Impfstoff zu finden.“

Gregor Brandl und Eva Greil-Schähs, Kronen Zeitung

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