Schnellere Gewissheit

Linzer Forscher auf Jagd nach „Briten-Variante“

Oberösterreich
30.01.2021 09:00

Es sind erst fünf Fälle der Briten-Mutation in Oberösterreich bestätigt, 65 Verdachtsfälle gibt es bei uns. Linzer Forscher werden dazu beitragen, dass es schneller Gewissheit geben wird, ob und welche Covid-Variante es ist, mit der man sich angesteckt hat.

Die britische Variante des Corona-Virus ist in Europa im Vormarsch. In Oberösterreich wurden bisher fünf Fälle der Mutation B.1.1.7 von der AGES offiziell bestätigt. Es handelt sich bei allen um Infektionen im Bezirk Gmunden. Zudem gibt es weitere 65 Verdachtsfälle, verteilt auf mehrere Bezirke.

(Bild: ZVG)

Alle positiven PCR-Tests untersucht
Um mutierte Viren aufzuspüren, werden nun alle positiven PCR-Abstriche daraufhin untersucht. Auch das Laborinstitut des Linzer Kepler Uniklinikums (KUK) ist eingebunden. Und hier geht man noch einen Schritt weiter: „Wir haben einen neuen molekularbiologischen Test entwickelt, mit dem man rascher und genauer Mutationen auffinden kann“, sagt Christian Paar, Technischer Leiter. Ausgangspunkt für die Virensuche im KUK sind positive Nasen-Rachen-Abstriche aus dem Großraum Linz. Um Mutationen zu finden, dringt man in die Erbinformation des Virus vor – man sucht nach dem genetischen Profil. Dabei bestätigt sich eines erneut: „Die britische Variante ist zwischen 30 und 70 Prozent ansteckender. Es reichen weniger Viren aus, um infiziert zu werden“, erklärt Elisabeth Schreier, Leiterin des Instituts. Bei der Untersuchung wird das Virus übrigens unschädlich gemacht.

(Bild: ZVG)

Fünf Labore in OÖ
In OÖ gibt es insgesamt sechs Hauptlabore für Corona-Diagnostik. „Lokale Mutationstestungen führen zu einem rascheren Befund, das Contact Tracing beginnt schneller“, erklärt Paar den Vorteil regionaler Labore.

Viren im Abwasser
Im Abwasser des Abwasserverbandes Bad Vöslau (NÖ) stammen 74…(!)…Prozent der Covid-Rückstände vom Briten-Virus. Man vermutet, dass diese Variante weiter verbreitet ist, als angenommen. Zu diesem Thema läuft derzeit im Auftrag des Gesundheitsministeriums ein bundesweites Forschungsprojekt. In OÖ wird bei vier Kläranlagen regelmäßig Abwasser für diese Studie entnommen.

(Bild: ZVG)

Südafrika und Brasilien im Visier
Im Labor des KUK sucht man übrigens auch nach der südafrikanischen und brasilianischen Corona-Variante: „Wir wissen, was die Stämme charakterisiert. Bisher sind sie aber noch nicht aufgetaucht“, sagen Christian Paar und Elisabeth Schreier.

Elisabeth Rathenböck, Kronen Zeitung

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