11 Gemeinden betroffen

NÖ: Briten-Mutation in 74% der Abwasserproben

Seit einigen Wochen bereits rätselt man in Niederösterreich über die anhaltend hohen Infektionszahlen. Ein Erklärungsansatz wird dabei zunehmend wahrscheinlicher: Die britische Mutation ist auch im Land zwischen Enns und Leitha bereits viel weiter verbreitet als gemeinhin bekannt. Darauf deutet nun auch die Untersuchung von Proben im Abwasserverband Raum Bad Vöslau (NÖ) hin. Wie die „Krone“ und der ORF erfahren haben, gehen dabei 74 Prozent aller darin entdeckten Spuren auf die hochansteckende Virusvariante zurück.

Erst am Dienstag wurde, wie berichtet, der erste Verdachtsfall auf die britische Mutation des Coronavirus auch in Niederösterreich bestätigt. Spätestens nun scheint klar: Es gibt wohl unzählige weitere Fälle. Das zeigt zumindest eine neue Studie der TU Wien. Wie die „Krone“ und der ORF erfahren haben, gehen nämlich bereits 74 Prozent aller im Abwasserverband Raum Bad Vöslau entdeckten Spuren auf die hochansteckende Virusvariante zurück. Gleich elf Gemeinden sind betroffen.

„Ein Trend, der signifikant für das ganze Land sein könnte“, fürchten die Experten. Noch am Mittwochabend wurde deshalb auch ein Krisenstab in der Landeshauptstadt einberufen. Der Tenor: Eine baldige Rückkehr zur Tagesordnung wird angesichts der neuen Erkenntnisse nur kaum möglich sein. Grund zur Panik seien die neuen Befunde aber ebenso nicht.

Contact Tracing überaus wichtig
„Es geht immer darum, Infektionsfälle schnell zu erkennen, diese unter Quarantäne zu stellen und schnellstmöglich herauszufinden, mit wem die infizierte Person Kontakt hatte“, erklären der für die Landeskliniken zuständige Landesvize Stephan Pernkopf (ÖVP) und Gesundheitslandesrätin Königsberger-Ludwig (SPÖ).

In Absprache mit den Bürgermeistern der Gemeinden des Abwasserverbandes Bad Vöslau (Berndorf, Hirtenberg, Enzesfeld-Lindabrunn, Furth an der Triesting, Pottenstein, Hernstein, Kottingbrunn, Schönau an der Triesting, Weissenbach an der Triesting und Leobersdorf) wurden nun eigene Schwerpunkttestungen vereinbart. Am kommenden Samstag, dem 30. Jänner, von 8 bis 18 Uhr wird je eine Teststraße pro Gemeinde zur Verfügung stehen.

„Brauchen präzises Bild, wie Infektionslage aussieht“
„Die Entscheidung, ob der Lockdown gelockert oder verlängert wird, hängt auch mit dem Nachweis neuer Virusmutationen zusammen. Wir brauchen deshalb ein präzises Bild, wie die Infektionslage aussieht“, appellieren Pernkopf und Königsberger-Ludwig, sich an den Testungen zu beteiligen.

Auch im Wiener Abwasser wurde die britische Mutation mittlerweile nachgewiesen. Hinsichtlich der tatsächlichen Ausbreitung laufen jedoch noch Untersuchungen.

Nikolaus Frings, Kronen Zeitung

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