15.01.2021 14:30 |

Mikrobiologe Würzner:

„Es gibt viele Argumente für die Impfung“

Auch in Tirol hat das große Impfen begonnen. Gleichzeitig herrscht Aufregung um die britische Virus-Mutation. Der medizinische Mikrobiologe und Impfspezialist Reinhard Würzner, stellvertretender Direktor des Hygiene-Instituts an der Medizin-Uni Innsbruck, hat viele Argumente für die Impfung. Und er erklärt, warum wir im Herbst vielleicht eine Auffrischung brauchen.

Herr Professor Würzner, das Impfen hat begonnen. Ein Großteil der Bevölkerung muss noch etwas warten. Die Impfbereitschaft ist die große Frage. Ihr wichtigstes Argument für die Impfung?
Es gibt viele Argumente dafür. Die Wissenschaft geht zum Beispiel davon aus, dass pro 60 geimpften Personen über 80 ein Todesfall verhindert werden kann. Wir alle können dazu beitragen, dass weniger Menschen sterben oder schwerst erkranken, dass wir selbst einen hohen Schutz genießen und die Übertragung des Virus erschwert wird. Wir können wirklich sehr dankbar sein, dass wir die Impfung haben.

Wie berechtigt sind die Ängste vor eventuellen Nebenwirkungen?
Ängste sind ernst zu nehmen. Aber wir können sagen, dass der Impfstoff nicht nur sehr wirksam, sondern auch sehr sicher ist. Ja, Impfreaktionen sind erwartbar: Ein schwerer und schmerzender Arm, etwas Fieber für ein, zwei Tage. Eine allergische Reaktion ist statistisch zehn- bis 20-mal bei einer Million Impfungen zu erwarten. Bleiben sie daher unbedingt nach der Impfung eine halbe Stunde vor Ort. Eine mögliche allergische Reaktion kann dann sofort gut behandelt werden.

Sind alle Impfstoffe gleich sicher? Die Wirksamkeit ist ja unterschiedlich?
Alle sind sehr sicher und hochwirksam!

Auch bei der nun offenbar auch in Tirol angekommenen britischen Virus-Mutation?
Die Impfung wirkt auch da. Es werden in jedem Fall neutralisierende Antikörper gebildet. Aber natürlich müssen alle noch auftauchenden Mutationen im Auge behalten werden.

Mehr als 41.000 Tiroler haben die Erkrankung schon durchgemacht. Sollen die sich trotzdem impfen lassen?
Ich sage, zu einem späteren Zeitpunkt, weil sie ja schon Antikörper gebildet haben und für sicher sechs Monate gut geschützt sind. Mit einem Antikörper-Test kann man rasch abklären, ob eine Impfung nur wenige Monate später wirklich schon notwendig ist.

Reichen zwei Impfungen?
Ich gehe derzeit davon aus, dass wir im Herbst eine Auffrischung anbieten werden, weil die Wirksamkeit nachlässt. Genaue Antworten auf diese Frage gibt es aber noch nicht.

Claudia Thurner, Kronen Zeitung

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