Nur 15 km Radius

Deutschland plant „Corona-Leine“ rund um Wohnort

Ausland
05.01.2021 16:03

Deutschland plant, die Bewegungsfreiheit in Regionen, in denen es viele Corona-Neuinfektionen gibt, drastisch einzuschränken. Der Bewegungsradius der Bewohner in betroffenen Landkreisen soll auf nur mehr 15 Kilometer rund um den Wohnort begrenzt werden - die „Bild“-Zeitung schreibt in diesem Zusammenhang von einer „Corona-Leine“.

In Landkreisen, wo die Sieben-Tages-Inzidenz mehr als 200 Neuinfektionen pro 100.000 Einwohnern beträgt, soll es „zur Einschränkung des Bewegungsradius auf 15 Kilometer um den Wohnort, sofern kein triftiger Grund vorliegt“, kommen. Bund und Länder haben sich zur Bekämpfung der Coronavirus-Pandemie auf weitergehende Ausgangssperren verständigt. Aktuell weisen laut Robert-Koch-Instititut 68 Kreise einen entsprechend hohen Inzidenzwert auf.

Tagestourismus wird Riegel vorgeschoben
Tagestouristische Ausflüge seien diesbezüglich „explizit“ kein triftiger Grund. Zudem geplant sind weitere Kontakteinschränkungen. „In Erweiterung der bisherigen Beschlüsse werden private Zusammenkünfte nur alleine, mit einer weiteren nicht im Haushalt lebenden Person oder im Kreis der Angehörigen des eigenen Hausstandes gestattet“, heißt es in der Beschlussvorlage. Das heißt etwa, dass sich zwei Paare nicht zum Essen verabreden und zwei Kinder nicht ein anderes Kind zuhause besuchen dürfen. Die bereits bestehenden Einschränkungen sollen bis zum 31. Jänner verlängert werden.

Ein Kunde kauft mit Mundschutz und Handschuhen in einem Supermarkt im Berliner Stadtteil Friedenau ein. (Bild: APA/dpa/Kay Nietfeld)
Ein Kunde kauft mit Mundschutz und Handschuhen in einem Supermarkt im Berliner Stadtteil Friedenau ein.

Regelung ist bereits in Sachsen in Kraft
In Deutschland gibt es einen eingeschränkten Bewegungsradius bisher nur in Sachsen, wo die Zahl der Neuinfektionen in den vergangenen drei Monaten stark angestiegen war. Hier dürfen sich die Bürger nur maximal 15 Kilometer von ihrem Wohnort entfernen, etwa um Sport zu treiben oder um Einkäufe zu erledigen. Für das ebenfalls stark von Covid-19 betroffene Thüringen hat Ministerpräsident Bodo Ramelow (Linke) nun eine entsprechende Regelung vorgeschlagen.

Seit 16. Dezember sind viele Geschäfte in Deutschland, aber auch die Schulen und Kitas dicht. Es gelten zudem strenge Beschränkungen etwa für private Treffen. Gaststätten, Kultur- und Freizeiteinrichtungen mussten bereits mehrere Wochen vorher schließen. Ziel der Maßnahmen ist es, Kontakte zwischen Menschen und damit Ansteckungen mit dem Coronavirus zu vermeiden. Dafür sollen Betriebskantinen nach Möglichkeit geschlossen werden.

Eine Frau in Hannover feierte mit einer LED-Maske ins neue Jahr. (Bild: APA/dpa/Moritz Frankenberg)
Eine Frau in Hannover feierte mit einer LED-Maske ins neue Jahr.

Beinahe 1000 Tote pro Tag in Deutschland
In Deutschland wurden am Dienstag 11.897 Corona-Neuinfektionen und 944 Tote binnen eines Tages gemeldet. Der Höchststand von 1129 neuen Todesfällen war am 30. Dezember erreicht worden. Die Zahlen sind allerdings durch die Feiertage ungenau. Neue Fälle wurden um Weihnachten und den Jahreswechsel verzögert entdeckt, erfasst und übermittelt.

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