21.12.2020 07:00 |

Die Pläne der Wiesers

Grazer Brüder machen Palmers wieder anziehend

Wie Grazer Brüder der Kultmarke neues Leben eingehaucht haben. Mit Tino und Luca Wieser starten wir die „Krone“-Serie über Unternehmer, die für Aufsehen sorgen - die nicht jammern, sondern anpacken. Eben echte „Steirische Macher“.

Natürlich haben wir uns das auch einfacher vorgestellt.„ Tino Wieser macht keinen Hehl daraus, dass die letzten fünf Jahre Spuren hinterlassen haben. 2015 hat er mit seinen Brüdern Marc (hat die Geschäftsführung inzwischen verlassen) und Luca sowie Matvei Hutmann, einem langjährigen Freund der Familie, Palmers übernommen.

Corona verhinderte Plus
Ihre Hoch-Zeit mit Werbeträgern wie den Top-Models Cindy Crawford oder Eva Padberg hatte die Kultmarke da schon lange hinter sich. Mit einem straffen Restrukturierungskurs und einer Qualitätsoffensive ist es den Wiesers gelungen, die Trendumkehr einzuleiten. Im Vorjahr betrug der Nettoverlust noch zwei Millionen Euro. Heuer wollte man das erste Mal ein Plus in dieser Bilanzzeile stehen haben - dann kam Corona.

Corona kostet 18 Millionen
“Der erste Lockdown im Frühjahr hat uns 12 Millionen Euro gekostet“, stellt Tino klar. „Danach haben wir uns sehr gut erfangen - seit Juli hatten wir sogar ein zweistelliges Plus, aber dann kam der zweite Lockdown.“ Bruder Luca rechnet weiter: „Das sind weitere sechs Millionen Euro, die wir verlieren - und davon bekommen wir quasi nichts ersetzt.“

Heuer schon acht Filialen eröffnet
Und dennoch stiegen die Brüder in der Krise erst so richtig aufs Gas. Unter dem Namen „Palmers Home“ bietet man nun Heimtextilien an, dazu gibt’s das lang ersehnte Comeback der Marke „P2“ - und auch das Filialnetz wird kräftig ausgebaut. „Wir sperren aktuell so viel auf wie noch nie, haben acht Filialen eröffnet. Es ist einfach die richtige Zeit, als österreichisches Unternehmen, Verantwortung zu zeigen.“

Und „nebenbei“ ist man mit der Lenzing AG auch in die Schutzmaskenproduktion eingestiegen. Die Hygiene Austria LP wird heuer einen Nettoumsatz zwischen 15 und 20 Millionen Euro einfahren. „Wir wollten damit den verlorenen Umsatz bei Palmers aufholen - und statt Mitarbeiter in der Krise rauszuschmeißen, haben wir 200 neue für die Maskenproduktion eingestellt“, sagt Luca.

Loyalität und Vertrauen
Von 100 Entscheidungen fallen 98 in der Palmers-Geschäftsführung einstimmig. „Wir ergänzen uns gut. Luca bringt Struktur und Organisation rein - und ich bin die Rampensau“, lächelt Tino. Auf was es in der Branche ankommt, bekamen die Brüder schon von ihren Großeltern, die in Graz das Modehaus Knilli führten, eingebläut. „Loyalität und Vertrauen sind das Wichtigste - nicht nur in Krisenzeiten.“

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