Millionen-Versprechen

Die Traumwelt des Pleite-Grafen vom Traunsee

„Warum spielt er allen den Mulitmillionär vor?“ Vielleicht gibt der Prozess in Wels am Tag vor Weihnachten Einblicke in die Traumwelt des Pleiten-Grafen vom Traunsee. Denn der Adelige aus deutschem Hause hatte bis auf drei Jahre kostenloses Wohnen eigentlich keine Vorteile davon, dass er vorgab, stinkreich zu sein.

Bei den 28.000 Euro Mietschulden gab es einen Vergleich, der Graf musste nur 12.000 Euro zahlen. Doch jetzt könnte er wegen Sachbeschädigung angezeigt werden, weil er und seine Familie das Gebäude in einem desolaten Zustand hinterlassen hatten. Ursprünglich wollte der 62-Jährige das Gebäude in Gmunden kaufen, wie andere Immobilien – Millionen sollten fließen.

Enorme Geldsummen aus der USA
„Kontobelege oder Auflistungen von Wertpapierdepots zeigte er nie vor“, sagt ein Investment-Berater in Salzburg, der den Angaben des Grafen Glauben schenkte. Doch die Millionen aus den USA oder China – der Adelige erzählte immer über Anleihen, die demnächst auslaufen, Firmenkonstrukte und zuletzt Goldbarren – kamen nie an. Nach der Wahl von Joe Biden als US-Präsident begründete der deutsche Münchhausen das Ausbleiben der Millionen damit, dass erst der Präsident in die Geheimnisse des CIA eingeweiht werden und die US-Finanz die Transaktionen der enormen Geldsumme genehmigen müsste.

Nicht mehr in die Heimat getraut
In Wahrheit dürfte vorm Konto des Grafen ein dickes Minus stehen. Laut Erzählungen gegenüber seinem ehemaligen Vermieter in Gmunden traute sich der 62-Jährige wegen Steuerproblemen nicht mehr zurück in die Heimat seiner Ahnen, Bayern. Daher sei er nicht zur Beerdigung der Mutter gefahren. Jetzt drohen ihm beim Prozess wegen „gewerbsmäßigen schweren Betrugs“ bis zu fünf Jahre Haft - es gilt die Unschuldsvermutung.

Markus Schütz
Markus Schütz
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