11.12.2020 09:13 |

System vor Kollaps

Dramatischer Preisverfall bei Schweinefleisch

Seit Wochen dreht sich die Preisspirale für die heimischen Schweine- und Rinderbauern nach unten. Ein Ende der Preismisere ist nicht abzusehen. Besonders dramatisch ist der Preiseinbruch für die Schweinebauern: Gegenüber dem Vorjahr bekommen sie  um 31 Prozent weniger für ihre Ware.

„Bei jedem verkauften Schwein zahlt der Bauer 33 Euro dazu - ein existenzbedrohender Verlust“, rechnet die steirische Landwirtschaftskammer vor. In Schwierigkeiten sind auch die Rinderhalter: Seit dem zweiten Lockdown ist der Absatz bei Kühen um 30 Prozent eingebrochen: Die Umsatzverluste sind enorm, zusätzlich entstehen durch die längere Haltung, Betreuung und Fütterung der Rinder sogar erhebliche Mehrkosten.

Auch für Rinderbauern wird´s eng
Verglichen mit den ohnehin schon schlechten Vorjahrespreisen (November 2019) sind die Preise, die die Rinderbauern bekommen, um weitere sechs Prozent gefallen.

Gastroschließungen Wurzel des Übels
.Hauptursache sind die coronabedingten Schließungen der Gastronomie, die als Großkunde weitgehend wegfällt. Verschärfend für die Schweinebauern wirkt die Afrikanische Schweinepest in Deutschland (auf Menschen nicht übertragbar). Der österreichische Markt wird mit Billigstfleisch aus unserem Nachbarland überschwemmt.

Umsatz-Ersatz gefordert
Landwirtschaftskammer-Präsident Franz Titschenbacher fordert daher jetzt eine rasche, unbürokratische und direkte Unterstützung der unter dem Preisverfall leidenden Bauern - ähnlich dem Umsatz-Ersatz, den die Bundesregierung der Gastronomie zugestanden hat. Zudem die Senkung der Mehrwertsteuer auf Betriebsmittel (Beispiel: Futter) von 13 auf 10 Prozent.

Auch Handel gefordert
Dass auch der österreichische Lebensmittelhandel für Schweine-, Rind- und Geflügelfleisch bessere Preise zahlt, die direkt bei den Bauern ankommen, wird ebenso von den Funktionären gefordert. Der Diskonter Lidl wäre laut Kammer in Deutschland vorgeprescht und hätte die Einkaufspreise für Schweinefleisch angehoben.Titschenbacher:„Ich erwarte, dass auch der österreichische Lebensmittelhandel nachzieht.“ 

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