03.12.2020 19:34 |

„Jo-Jo-Effekt“ droht

Van der Bellen fordert „wohldurchdachten Plan“

Bundespräsident Alexander Van der Bellen nahm am Donnerstagabend in einer Fernsehansprache die Bundesregierung in die Pflicht. Nachdem diese wieder erste Öffnungsschritte nach dem harten Lockdown verkündet hatte, brauche es nun von der Einhaltung der Corona-Regeln über das Impfen bis hin zum Neustart der Wirtschaft einen „strukturierten und wohldurchdachten Plan“. Gleichzeitig empfahl das Staatsoberhaupt die Teilnahme an den bevorstehenden Massentests.

Es gehe jetzt darum einen „Jo-Jo-Effekt“ zu vermeiden, mahnte Van der Bellen die Bevölkerung dazu, weiterhin die geltenden Corona-Regeln einzuhalten. „Händewaschen, Abstand halten, Mund-Nasen-Schutz tragen, gut lüften, und jetzt neu: testen gehen. Bitte gehen Sie hin! Damit können wir alle die Verbreitung des Virus entscheidend einschränken“, appellierte der Bundespräsident.

Funktionierende Kontaktverfolgung notwendig
Damit aber die gemeinsame Anstrengung, das Virus einzudämmen, Früchte tragen kann, müsse unbedingt „ein funktionierendes, planvolles und überlegtes Tracing-System“ umgesetzt werden. „Ohne weitere Anstrengungen und Maßnahmen wird das nicht gehen“, so Van der Bellen.

Politik gefordert
„Dasselbe gilt für das Impfen. Bis wir damit beginnen können, muss die Zeit genutzt werden, auch diesen Vorgang präzise und umsichtig vorzubereiten.“ In diesem Zusammenhang mahnt der Bundespräsident auch Kooperation ein: „Wir kämpfen nicht gegeneinander, wir kämpfen gegen eine Pandemie. Und das am besten miteinander.“

Viele Fragen für Wirtschaft ungeklärt
Besonderen Stellenwert in der Krise hat für Van der Bellen auch die wirtschaftliche Entwicklung: „Ich wünsche mir einen geordneten, systematischen Plan, wie es mit unserer Wirtschaft und damit mit unseren vielen Arbeitsplätzen weitergeht.“ Er verweist von der Home-Office-Regelung bis hin zu Steuerstundungen auf viele offene Fragen, die für die Planbarkeit der Wirtschaft extrem wichtig seien.

„Diese Fragen müssen in einem Plan sorgsam balanciert und gemeinsam überlegt werden -auch im gesamteuropäischen Kontext. Denn es steht viel auf dem Spiel: unser Wohlstand, unsere Existenz, unsere Zukunft“, mahnt das Staatsoberhaupt.

„Nicht lockerlassen“
Zum Abschluss appellierte das Staatsoberhaupt an die Bürger: „Wir dürfen jetzt nicht lockerlassen. Wenn wir jetzt alle gemeinsam dranbleiben, wenn die Verantwortlichen umsichtig handeln, dann kriegen wir das gemeinsam hin. Und dann kommt der Sommer schneller, als wir glauben.“

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