Frauen-EM-Quali

0:3! Österreich verpasst in Frankreich Gruppensieg

Österreichs Frauen-Fußball-Nationalteam hat keine Chance mehr auf den Gruppe-G-Sieg in der EM-Qualifikation! Die ÖFB-Auswahl verlor am Freitagabend das „Rückspiel“ gegen den Weltranglisten-Dritten Frankreich in Guingamp verdient mit 0:3 (0:2) und wird damit fix als Zweiter hinter den für die EM qualifizierten „Les Bleues“ durchs Ziel gehen. Wendie Renard (11.) und Marie-Antoinette Katoto (27., 73.) münzten die Überlegenheit der Gastgeberinnen in drei Tore um.

Österreich hat nach der ersten Niederlage im siebenten Spiel samt den ersten Gegentoren aber nach wie vor die Möglichkeit ein Fix-EM-Ticket zu holen. Dafür ist am Dienstag (18.30 Uhr/live ORF Sport +) ein Heimsieg gegen Serbien Pflicht und eventuell auch Schützenhilfe aus anderen Gruppen notwendig. Nur die drei Besten ersparen sich das im April 2021 ausgetragene Play-off der restlichen Gruppenzweiten um die letzten drei Endrunden-Startplätze. Das Turnier geht erst im Sommer 2022 in England über die Bühne.

ÖFB-Teamchefin Irene Fuhrmann setzte wie beim torlosen Remis in Wiener Neustadt am 27. Oktober auf eine sehr defensiv ausgerichtete 5-4-1-Formation, in der mit Kapitänin Viktoria Schnaderbeck eine große Stütze fehlte. Die Hoffnung, wieder lange die Null zu halten, lebte diesmal nur sehr kurz. Bei einem Majri-Eckball reagierte Torfrau Manuela Zinsberger zu spät und Lyons Kapitänin Renard konnte vor ihr einköpfeln. Sieben Minuten später bewahrte Zinsberger ihr Team mit einer Fußabwehr bei einem Geyoro-Abschluss vor einem höheren Rückstand.

Der war aber bei der drückenden Überlegenheit der Heimischen nur eine Frage der Zeit und fiel in Minute 27. Eine Cascarino-Flanke beförderte Katoto per Kopf in die Maschen, Carina Wenninger und Virginia Kirchberger waren in der Mitte nicht nah genug an der Gegenspielerin dran. Die ÖFB-Truppe wurde selbst im gesamten Spiel nur bei einer Doppelchance von Nicole Billa (32.) richtig gefährlich. Für die schon zuvor angeschlagen gewesene 24-jährige Tirolerin war zur Pause Schluss. Danach setzten die Französinnen ihre Dominanz fort, Katoto (50.) und Cascarino (69.) trafen die Stange, bei einem von Wenninger abgefälschten Renard-Kopfball (60.) reagierte Zinsberger glänzend.

Die Arsenal-Legionärin musste aber noch einmal hinter sich greifen, Katoto fixierte nach einem Majri-Corner aus kurzer Distanz ihren Doppelpack. Von einem neuerlichen Prestige-Erfolg wie Ende Oktober, als Österreich den Lauf der Französinnen von 46 Siegen in Folge in EM- und WM-Qualifikationsspielen beendet hatte, war die Fuhrmann-Elf diesmal extrem weit entfernt. Es setzte die erste Länderspiel-Niederlage seit einem Test-1:2 gegen die Schweiz am 10. März 2020.

Positiv war, dass mit Laura Feiersinger (ab der 61. Minute) eine Teamstütze nach ihrer Verletzungspause zu ihrem ersten Einsatz seit 12. November 2019 kam und mit Neulengbachs Lisa Kolb (ab der 75.) die torgefährlichste Stürmerin der heimischen Bundesliga ihr Länderspiel-Debüt gab.

Das Ergebnis:
Frankreich - Österreich 3:0 (2:0)
Guingamp, SR Esther Staubli (SUI)

Tore: Renard (11.), Katoto (27., 73.)

Gelbe Karte Österreich: Enzinger

Österreich mit: Zinsberger - Wienroither (91. Weilharter), Wenninger, Kirchberger, Puntigam, Aschauer (61. Naschenweng) - Enzinger (61. Feiersinger), Eder, Zadrazil, Dunst (75. Kolb) - Billa (46. Pinther)

Die Stimmen:

Irene Fuhrmann (ÖFB-Teamchefin): „Es war das erwartet schwere Spiel gegen den klaren Favoriten, nichtsdestotrotz denke ich, hat sich mein Team sehr ordentlich verkauft. Mich hat auch gefreut, dass die Wechselspielerinnen schnell reingekommen sind, für Akzente sorgen konnten und wir nicht die Ordnung verloren und bis zum Schluss gekämpft haben. Wir haben es grundsätzlich wieder sehr gut gemacht im tiefen Block, wissen aber, dass Frankreich enorm stark ist bei Standardsituationen. Vor allem der frühe Gegentreffer in der 11. Minute hat sehr wehgetan. Nach dem 0:2-Rückstand ist die Moral gut gewesen, wir sind weiter mutig geblieben und haben zumindest versucht, auch nach vorne Akzente zu setzen. Die Niederlage ist absolut kein Beinbruch.“

Manuela Zinsberger (ÖFB-Torfrau): „Wir müssen uns eingestehen, dass Frankreich einfach eine Top-Performance abgeliefert hat. Ein Tor haben sie aus einer Standardsituation gemacht, wo Renard eine Macht ist, das zweite Tor war aus dem Spiel heraus mit dem Kopf ähnlich. Das dritte muss nicht sein. Aber wir haben gegen die Nummer drei der Welt gespielt, das muss man bedenken und da muss man einfach auch gratulieren.“

krone Sport
krone Sport
Kommentare

Liebe Leserin, lieber Leser,

die Kommentarfunktion steht Ihnen ab 6 Uhr wieder wie gewohnt zur Verfügung.

Mit freundlichen Grüßen
das krone.at-Team

User-Beiträge geben nicht notwendigerweise die Meinung des Betreibers/der Redaktion bzw. von Krone Multimedia (KMM) wieder. In diesem Sinne distanziert sich die Redaktion/der Betreiber von den Inhalten in diesem Diskussionsforum. KMM behält sich insbesondere vor, gegen geltendes Recht verstoßende, den guten Sitten oder der Netiquette widersprechende bzw. dem Ansehen von KMM zuwiderlaufende Beiträge zu löschen, diesbezüglichen Schadenersatz gegenüber dem betreffenden User geltend zu machen, die Nutzer-Daten zu Zwecken der Rechtsverfolgung zu verwenden und strafrechtlich relevante Beiträge zur Anzeige zu bringen (siehe auch AGB).

Freitag, 22. Jänner 2021
Wetter Symbol

Sportwetten