22.11.2020 10:05 |

Balkan-Clan-Fehde

Mafia-Auftragsmord in Wien vereitelt

Zeit und Ort standen fest, Waffe, Ausreise, Unterkunft waren organisiert - doch bevor der mutmaßliche Auftragskiller zur tödlichen Mission nach Wien aufbrechen konnte, ging er in Montenegro ins Netz. Hintergrund ist auch diesmal der blutige Krieg zweier Balkan-Drogenclans. Erst im Dezember 2018 war es im Herzen der Stadt zu einer Hinrichtung gekommen.

„Es wird einfach, er ist gerade sehr entspannt“; „Super Bruder, wir werden ihn für immer entspannen“ – ein Auszug aus der Nachrichten-Kommunikation zwischen Auftraggeber und dem verdächtigen Killer. Trotz Verschlüsselung schafften es die Ermittler in Montenegro, sämtliche Dateien am sichergestellten Handy des 24-jährigen Verhafteten auszulesen. Waffe samt Schalldämpfer, falsche Papiere, Ausreise, Unterkunft und Flucht waren bereits bis ins Detail geplant bzw. organisiert – wie jetzt ans Licht kam.

Stammcafé als Tatort geplant
Am 29. Juli sollte der Killer in Wien zuschlagen – im vorab ausgekundschafteten Stammcafé der Zielperson Dejan K., alias „die Mücke“. Diesem war es offenbar vor Jahren bereits in Montenegro im wahrsten Sinne des Wortes zu heiß geworden – sein geparkter Jeep wurde damals von unbekannten Tätern in die Luft gesprengt.

Wie Observierungen der ebenfalls eingeschalteten österreichischen Ermittler schließlich belegten, ist auch die Wohnung, in der sich der mutmaßliche Killer Stefan K. einquartieren wollte, fest in Mafia-Hand. Der Mieter soll in eine der verfeindeten Clan-Familien eingeheiratet haben.

Klaus Loibnegger, Kronen Zeitung

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