12.11.2020 11:53 |

Lockdown-Kulturtipp

Wien Museum präsentiert Tausende Exponate online

Das Wien Museum lädt zum virtuellen Besuch und präsentiert seinen Bestand nun auch in einer Online-Sammlung. Ab sofort können rund 47.000 Objekte, die sonst im Depot lagern und von denen oft nur ein kleiner Teil in Ausstellungen präsentiert wird, auf einer eigenen Webseite ausführlich betrachtet werden. Zu allen verfügbaren Objekten gibt es Abbildungen, in den meisten Fällen stehen sie auch zum Download zur Verfügung. Das Angebot ist kostenlos.

Aufgrund des Lockdowns zur Bekämpfung der Coronavirus-Pandemie müssen derzeit in Österreich auch alle Museen geschlossen halten. Das Wien Museum möchte Interessierten nun virtuell Besuche möglich machen und präsentierte am Donnerstag in einem digitalen Mediengespräch seine neue Online-Sammlung. An dem aufwendigen Projekt wurde bereits einige Jahren gearbeitet. Allein im Vorjahr waren 30 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter daran beteiligt.

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Unser kulturelles Erbe soll allen zur Verfügung stehen, und das möglichst niederschwellig.

Museumsdirektor Matti Bunzl

Für Museumsdirektor Matti Bunzl ist dieser Digitalisierungsschritt ein „Meilenstein“: „Denn unser kulturelles Erbe soll allen zur Verfügung stehen, und das möglichst niederschwellig. Schließlich sind wir für eine städtische Sammlung verantwortlich, die nun eine noch breitere Öffentlichkeit finden wird, als wir bisher erreichen konnten. Dass wir dieses Angebot gerade zu einer Zeit präsentieren können, in der unser Museum am Karlsplatz wegen Umbau geschlossen ist, freut mich besonders.“

Es gibt viel zu sehen
Zu sehen gibt es viel: Denn das Wien Museum verfügt über einen Bestand von mehr als einer Million Objekte. Darunter befindet sich auch die numerisch größte Klimt-Sammlung der Welt. In der Online-Sammlung können sich Interessierte nun durch Objekte, die für die Stadtgeschichte bedeutend sind, ebenso klicken wie durch Kunstwerke, Fotografien oder speziellere Themenbereiche wie Mode, Uhren oder Münzen.

So gibt es aktuell Objekte aus dem zeichnerischen Nachlass von Otto Wagner, mehr als 400 Werke von Gustav Klimt, Fotografien von Trude Fleischmann und Robert Haas, große unveröffentlichte Fotobestände zum politischen Wien in den 1970er-Jahren sowie oft gesuchte Abbildungen aus der topografischen Fotosammlung und zu den Themen Kaffeehaus, Prater, Revolution 1848 und Herrscherinnen und Herrscher. Neben bekannten Beständen liefere die Suche oftmals auch zahlreiche überraschende Treffer, wurde vom Museum in Aussicht gestellt.

Detailsuche erleichtert das Stöbern
Es gibt verschiedenen Nutzungsmöglichkeiten der Webseite: Die „Detailsuche“ ist vor allem für jene Nutzerinnen und Nutzern praktisch, die schon wissen, wonach sie suchen - hier kann zum Beispiel nach Datierung, Personen, Objekt, Material und Technik gefiltert werden. Andere wollen lieber stöbern - das geht entweder über die freie Suche, oder man lässt sich von „Alben“ oder „Suchvorschlägen“ inspirieren.

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Besonders bei dreidimensionalen und kleinen Objekten kommt man diesen durch heranzoomen so nahe wie es sonst beim Ausstellungsbesuch nicht möglich ist.

Projektleiterin Evi Scheller

Was besonders praktisch ist: „Besonders bei dreidimensionalen und kleinen Objekten kommt man diesen durch heranzoomen so nahe wie es sonst beim Ausstellungsbesuch nicht möglich ist“, erklärte Projektleiterin Evi Scheller. Die Bilder können auch auf den eigenen PC heruntergeladen und abgespeichert werden.

47.000 Objekte im Internet
Aktuell umfasst die Online-Sammlung rund 47.000 Objekte - der Bestand soll aber laufend erweitert werden, kündigte Bunzl an. „Die Sammlung wird immer wachsen, das ist uns absolut ein Herzensanliegen. Weil mit jedem Objekt, das wir online stellen, bringen wir Wissen und Kulturerbe nicht nur den Wienerinnen und Wienern, sondern der ganzen Welt.“

Auch Kulturstadträtin Veronica Kaup-Hasler (SPÖ) zeigte sich begeistert von der Online-Sammlung des Wien Museums. „Es ist wirklich eine große Freude, wenn man sich so verlieren kann in den Objekten und gleichzeitig lustvoll etwas lernt über die Geschichte der Stadt“, lobte sie das Ergebnis.

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