Beleidigung als Dank

Wiener lästern über Christbaum aus dem Mühlviertel

„Das Sudern der Wiener über den Weihnachtsbaum gehört dazu, aber jetzt wird’s beleidigend“ - in Klaffer am Hochficht ist der Ärger groß, weil in der Bundeshauptstadt und auch im Staats-TV der Christbaum aus dem Mühlviertel verspottet wird. Inzwischen wurde die 200 Jahre alte Fichte schon kräftig „aufgehübscht“.

„Es war beleidigend, als im Fernsehen gesagt wurde, der Baum kommt aus Klaffer, schaut auch so aus“, ärgert sich Ortschef Franz Wagner überuntergriffige Aussagen.Forstmeister Johannes Wohlmacher vom Stift Schlägl, in dessen Wald die Fichte gefällt worden war, ist froh, „dass ich nicht in sozialen Netzwerken aktiv bin“. Denn dort fallen die Wiener über die Fichte her: „Schiach“, „Eine Schande“, „Feuerholz“ ist da zu lesen. Und: „Für d’ Weana reicht er“.

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Viele Ehrenamtliche von Vereinen halfen beim Herrichten und Fällen mit, einige nahmen dafür Urlaub. Viele ärgern sich über den Undank.

Franz Wagner, Bürgermeister von Klaffer am Hochficht

Gespendet
„Das Sudern gehört dazu, aber wir dachten nicht, dass es so schlimm wird“, sagt der Forstmeister. Das Land OÖ hatte den Baum um rund 400 € gekauft und für Wien gespendet. Zwei Tage lang wurden die Äste zusammengebunden, damit die Transportvorschriften eingehalten werden, dann lag er zwei Tage länger als geplant am Tieflader: „Das tat dem Baum nicht gut. Im Wald sah er sicher schöner aus als beim Abladen, aber das wussten wir“, sagt der Bürgermeister.

Aufgehübscht
Rund 200 Äste wurden zum Aufhübschen mitgegeben und inzwischen sind die beim Transport abgebrochenen Äste auch ersetzt, die „Schönheits-OP“ ist gelungen. „Ich hoffe, man vergisst nicht, dass der Baum uns an die Geburt Jesu erinnern soll“, sagt der Forstmeister.

Markus Schütz
Markus Schütz
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Donnerstag, 26. November 2020
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