Der Top-Jurist und Professor Rudolf Keplinger (64) geht in Pension und das Rennen um seinen Job als Polizeidirektor-Stellvertreter in Oberösterreich schien schon entschieden. Doch jetzt gibt´s doch jedenfalls zwei Kandidaten und wegen Dienstwegen-Verschränkungen wird´s interessant, wer zuerst die Deckung verlässt.
Bis Juli des kommenden Jahres hätte Rudolf Keplinger bleiben dürfen, dann wäre er altersbedingt mit 65 Jahren als Vize-Polizeidirektor von Oberösterreich von Amtswegen in den Ruhestand geschickt worden. Jetzt ging alles ein bisschen schneller und schon Ende August wird „der Professor“, wie der Top-Jurist und Träger des „Goldenen Ehrenzeichens der Republik“ intern genannt wird, nach 42 Jahren Polizeidienst sein Büro räumen.
Zwei Fixstarter
Wer dann den „Geschäftsbereich B“ übernimmt, entscheidet sich nach dem 4. August, dem Ende der Bewerbungsfrist. Zwei Fixstarter sind klar, aber es gibt skurrile Überschneidungen der Zuständigkeiten und taktische Überlegungen, wer zuerst aus der Deckung geht.
Chef hat Favoritin
Die als Favoritin von Polizeidirektor Andreas Pilsl gegehandelte Karoline Stumptner kam nach einem Abstecher ins Kabinett von Innenminister Gerhard Karner nach Linz zurück, übernahm von Rudolf Keplinger das Rechtsbüro und ist damit die Stellvertreterin des Vize-Polizeidirektors. Ist dieser nicht da, ist sie die Chefin von Günter Tischlinger, Leiter der Personalabteilung und zweiter Fixstarter ums Erbe „des Professors“.
Zweiter Anlauf vom Personalchef
Pikanterweise steht in der Ausschreibung, dass die Bewerbung direkt an den Personalchef zu richten ist. Damit muss Stumptner ihre Unterlagen an Mitbewerber Tischlinger schicken. Und dieser muss seine Bewerbung seinem Vorgesetzten vorlegen – also Keplinger, bzw. Stumptner. Die Frage ist: Wer traut sich zuerst aus der Deckung und gibt damit vielleicht wichtige Infos an den Mitbewerber bzw. an die Mitbewerberin und damit die Möglichkeit, darauf zu reagieren?
Günter Tischlinger bewirbt sich übrigens schon zum zweiten Mal um den Job, war bereits anno 2021 bei der Nachfolge von Erwin Fuchs von der Personalvertretung bevorzugt worden, doch Pilsl-Favorit Keplinger bekam in Wien den Zuschlag, nachdem man sich in OÖ nicht einigen konnte.
Es wird in Wien entschieden
Auch dieses Mal deutet alles auf eine Bundes-Entscheidung hin. Der Fachausschuss, also die oö. Gewerkschaft, ist für Tischlinger, der Dienstgeber – also Pisl – für Stumptner. Bei einem Patt entscheidet VP-Innenminister Gerhard Karner. Parteipolitisches Taktieren ist kein Thema, beide Kandidaten gehören der schwarzen Reichshälfte, besser gesagt dem Reichsviertel an.
Es könnte aber auch leicht sein, dass sowieso an Wien kein Weg vorbeiführt. Denn gibt es eine Bewerbung von außerhalb Oberösterreichs, wird automatisch der Zentralausschuss – also die Wiener Gewerkschaft – zuständig. „Schau ma mal“, wer die besseren Wien-Connections hat.
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