„Ich war ein Wrack“

Nach Überlebenskampf mit neuem Herz im OP zurück

„Zwei Wochen bevor es mich erwischt hat, hab ich mich gefragt, wie sich das anfühlt, wenn man selbst Patient ist“, erzählt Christian Hofinger (48). Seit 27 Jahren ist er als OP-Assistent bei Tausenden Eingriffen dabei, im Dezember 2018 brauchte er selbst Hilfe. Er erlitt einen Hinterwandinfarkt, sein Herz war irreparabel geschädigt. Er zeigte Kampfgeist, steht jetzt wieder selbst im OP.

Im Sommer 2018 deutete der Leistungssportler die ersten Symptome als Verspannung im Rücken. Im Dezember gesellte sich plötzlich Schwindel, Druckgefühl und Atemnot dazu: „Ich hab tatsächlich zwei Tage lang einen Hinterwandinfarkt ignoriert“, erzählt der lebensfrohe Linzer.

„Ich war ein Wrack“
Er landete auf der Kardiologie der Elisabethinen, wo das Drama seinen Lauf nahm: Kreislaufstillstand, fast eine Stunde Reanimation, das Herz irreparabel geschädigt. Er wurde ins Kepler Uniklinikum verlegt, wartete auf ein Spenderherz. „Ich war ein Wrack. Bin mit nur mehr 55 Kilo angehängt an Maschinen gewesen und hab dringend ein Sportlerherz gebraucht. Ein normales hätte mich nicht versorgen können“, erzählt er.

Nur noch neun statt 23 Tabletten
Das Schicksal war gnädig mit ihm: Am 11. Jänner verunglückte ein junger Skifahrer tödlich, sein Herz passte perfekt. Hofinger wollte zurück, trainierte wie wild: „Jeder Tag war ein Kampf.“ Mittlerweile muss er nur noch neun statt 23 täglichen Tabletten schlucken. Das Schönste für ihn: „Ich kann wieder im OP arbeiten. Auch wenn’s nur zwei Stunden die Woche sind.“

Lisa Stockhammer
Lisa Stockhammer
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Mittwoch, 02. Dezember 2020
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