24.10.2020 06:00 |

Probleme am Jobmarkt

Raab: „Integration von Flüchtlingen dauert Jahre“

Die türkise Integrationsministerin Susanne Raab hat sich angesehen, wie lange es dauert, bis Migranten auf dem heimischen Arbeitsmarkt Fuß fassen. Das Ergebnis ist teilweise ernüchternd: So dauert es etwa vor allem bei Flüchtlingen viele Jahre, bis sie Jobs finden.

Es gibt auch fernab von Corona noch Problemstellungen für die Politik, und eine davon trat in einer neuen Studie des Integrationsfonds wieder einmal zutage: Laut dieser dauert es nämlich insbesondere bei Flüchtlingen lange, bis sie im Erwerbsleben dauerhaft Fuß fassen.

Jobmarkt: Vier von fünf Zugewanderten können sich nicht etablieren
Während etwa im Jahr 2016 aus anderen EU-Staaten zugewanderte Menschen im Vorjahr eine „Erwerbsbeteiligung“ von nahezu 90 Prozent aufweisen (das bedeutet, dass neun von zehn im Vorjahr mindestens 90 Tage gearbeitet haben), tun sich andere Zuwanderergruppen schwerer: Vier von fünf 2016 zugewanderten Flüchtlingen aus Syrien, Afghanistan oder Russland - sprich: Tschetschenien - konnten sich noch nicht auf dem Jobmarkt etablieren.

Probleme gibt es vor allem bei Tschetschenen
Indes liegt die Erwerbsbeteiligung bei jenen, die schon 20 Jahre hier sind, bei 72 Prozent. Raab: „Wir sehen, dass Arbeitsmarktintegration von Flüchtlingen Jahre dauert.“ Probleme gibt es vor allem bei Tschetschenen: Selbst von jenen, die bereits 2007 nach Österreich kamen, arbeitete 2019 weniger als die Hälfte dauerhaft, bei den Frauen aus Tschetschenien ist es gar nur ein Drittel.

Überhaupt ist die Erwerbsrate unter zugewanderten Frauen niedrig: Jeder zweite im Fluchtjahr 2015 eingewanderte Mann aus Syrien, Afghanistan oder Tschetschenien hat auf dem Jobmarkt Fuß gefasst - bei den Frauen sind es nur 13 Prozent.

Kronen Zeitung

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