Spital zu Kritik:

„Die Kinder-Onkologie ist gut aufgestellt“

„Man muss glücklich und dankbar sein, wenn man gesunde Kinder hat.“ Das haben sich – wie auch unzählige Mails beweisen – gestern viele „Krone“-Leser gedacht, als sie die Schilderungen des Vaters eines 4-jährigen, krebskranken Buben über die Zustände im KUK lasen. Letzteres reagierte auf die Vorwürfe prompt.

„Nicht nur, dass die Abteilung viel zu klein ist, mangelt es auch an Personal, vor allem an Ärzten“, schilderte Papa Gerhard seine Erfahrungen an der Kinder-Onkologie im Med Campus IV des Kepler Uniklinikums (KUK). Er betonte, dass das Pflegeteam zwar voller Empathie sein möglichstes tue, aber oft eben am Limit agieren würde. Gesundheitsholding-Chef Franz Harnoncourt reagierte prompt. „Wir nehmen die Beschwerde maximal ernst und werden auch aktiv auf den Vater zugehen, sofern er dies wünscht. Ich kann nur sagen, dass das Personal in diesem sehr sensiblen Bereich unsagbar motiviert und qualitativ top arbeitet. In der Pflege sind dort derzeit 20 Personen beschäftigt, bis Dezember kommen noch zwei weitere dazu. Außerdem verfügen wir auf der Abteilung über vier Kinder-Onkologen, elf Fach- und 15 Assistenzärzte“, so Harnoncourt. Stattliche Zahlen, die eigentlich ausreichend klingen. Wohlgemerkt meldeten sich gestern aber auch andere Eltern in der „Krone“-Redaktion, die das Empfinden des Vaters teilen.

Neubau soll Abhilfe schaffen
Die räumlichen Einschränkungen im historischen Altbau sind auch Harnoncourt bewusst und für ihn unbefriedigend. Doch hier soll der geplante Neubau des Kinderbettentrakts ab 2022 Abhilfe schaffen. Jahre, die das Leid mancher Kinder wohl nicht lindern wird. Übrigens: Die Thematik, dass Eltern das Abendessen aus bereitgelegten Dosen im Kühlschrank holen müssen, sieht man am KUK positiv – als größtmögliche „Flexibilität“ für die kleinen Patienten, die sich dadurch nicht an vorgegebene Essenszeiten zu halten hätten.

Reaktionen aus der Politik
Auch die Politik lässt das Thema nicht kalt. SP-Gesundheitssprecher Peter Binder sieht Gesundheitslandesrätin Christine Haberlander gefordert und der Linzer FP-Gesundheitsstadtrat Michael Raml fragt sich: „Wie viele Monate müssen noch ins Land ziehen, bevor die Behebung der Mängel oberste Priorität hat?“

Mario Ruhmanseder
Mario Ruhmanseder
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Donnerstag, 29. Oktober 2020
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