18.09.2020 07:00 |

Internationale Studie

Corona-Impfstoff wird in Salzburg getestet

Schon bis Jahresende könnte gegen das Coronavirus flächendeckend eine Impfung zur Verfügung stehen. Damit die Pandemie so rasch wie möglich eingedämmt wird, forschen internationale Teams intensiv an einem Wirkstoff. Ein potenzielles Mittel wird im Rahmen einer internationalen Studie auch in Salzburg getestet.

Noch suchen die Salzburger Landeskliniken nach Probanden, die den Impfstoff testen wollen. Erste Freiwillige haben sich bereits gemeldet - ihnen wird jetzt in einem 14-tägigen Studienzeitraum der Wirkstoff injiziert. „Das ist eine sehr frühe Phase-1-Studie. Es geht dabei vorrangig um die Sicherheit und die Frage der Antikörperproduktion“, erklärt Primar Richard Greil, der die Studie in Salzburg leitet. Bei dem Impfstoff handelt es sich um ein Präparat eines amerikanischen Pharmakonzerns. Er wird neben Österreich auch an Probanden aus Frankreich, Belgien oder den USA getestet.

Masernvirus als Basis für den Impfwirkstoff
„Der Wirkstoff basiert auf einem Masernviruskonstrukt. In das wurde eine Gensequenz hineinkopiert, die ein Molekül des Coronavirus enthält.“ Der Vorteil solcher Konstrukte ist, dass die Forscher das Grundvirus sehr gut kennen. Ob das in Salzburg getestete Mittel Wirkung zeigt, wird in den nächsten 13 Monaten beobachtet. Dazu bekommt ein Teil der Probanden lediglich ein Placebo-Mittel gespritzt. Die Forscher vergleichen dann die Menge der vorhandenen Antikörper.

Greil rechnet frühestens Ende des Jahres, Anfang 2021 mit einem flächendeckend verfügbaren Impfstoff. „Dann wird es darauf ankommen, wie viele sich impfen lassen.“ Für einen ausreichenden Schutz der Bevölkerung braucht es eine Durchimpfungsrate von 70 Prozent. Selbst dann wird das Virus nicht aus unserem Alltag verschwinden, so der Virologe: „Es wird nicht weg sein, aber abgeschwächt und in neuen Formen auftreten.“

Magdalena Mistlberger
Magdalena Mistlberger
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