09.09.2020 16:15 |

„Sputnik V“ in Phase 3

35.000 Moskauer lassen sich freiwillig impfen

In der russischen Hauptstadt Moskau haben die Impfungen im Rahmen der Phase-3-Studie für den weltweit ersten registrierten Corona-Impfstoff „Sputnik V“ begonnen. Mehr als 35.000 Moskauer meldeten sich freiwillig. Geimpft werden soll in 20 Krankenhäusern der Millionen-Metropole. „Ersten Freiwilligen wurde das Präparat bereits gespritzt“, sagte Vize-Bürgermeisterin Anastassija Rakowa am Mittwoch.

„Heute ist ein wichtiger Tag nicht nur für die Stadt, sondern für das ganze Land“, sagte Rakowa zur Agentur Interfax. Der russische Impfstoff mit dem Namen „Sputnik V“ wurde vor rund einem Monat für eine breite Anwendung in der Bevölkerung freigegeben - trotz internationaler Bedenken.

Freigabe vor Abschluss der Testphase
Die Freigabe erfolgte vor Abschluss der wichtigen Phase 3 klinischer Studien. In dieser Phase wird gewöhnlich an sehr vielen Teilnehmern überprüft, ob und wie gut ein Wirkstoff vor einer Infektion schützt und welche eventuell nur seltenen Nebenwirkungen auftreten. Erst am Mittwoch wurde bekannt, dass der weltweite Test an einem Corona-Impfstoffkandidaten des Pharmakonzerns AstraZeneca unterbrochen werden musste, weil es bei einem Probanden zu Nebenwirkungen gekommen war.

Zunächst werden Risikogruppen geimpft
Nach Angaben des russischen Gesundheitsministers Michail Muraschko sollen landesweit 40.000 Menschen an den Tests teilnehmen. Parallel dazu sollten bald auch die Impfungen von Risikogruppen beginnen, zunächst vor allem Klinikpersonal und Lehrer. Die Impfung bestehe aus zwei Teilen, nach der ersten Spritze bekommen die Freiwilligen nach 21 Tagen eine zweite Impfung.

Mehrere Politiker in Russland haben sich nach eigener Darstellung bereits impfen lassen, darunter Verteidigungsminister Sergej Schoigu. Kremlsprecher Dmitri Peskow ließ am Mittwoch offen, ob sich auch Präsident Wladimir Putin impfen lassen wird.

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