24.08.2020 08:00 |

Gipfel im Landhaus

Sozialpartner wollen Wald als Baufläche nützen

Für viel politischen Gesprächsstoff dürfte ein Vorschlag von Tirols Sozial- und Wirtschaftspartnern sorgen, den diese beim heute, Montag, stattfindenden Gipfel im Landhaus präsentieren werden. Sie fordern in einem Papier „vermehrt landwirtschaftlich nicht genutzte Flächen, wie Wald oder unproduktive Flächen für die Verbauung zu nutzen“.

Begründet wird diese Forderung, die WK-Präsident Christoph Walser, AK-Präsident Erwin Zangerl, IV-Präsident Christoph Swarovski, LK-Präsident Josef Hechenberger sowie der ÖGB-Vorsitzende Philip Wohlgemuth an die Landesregierung stellen, damit, dass die Bautätigkeit in Tirol „seit Jahrzehnten hauptsächlich auf den besten landwirtschaftlichen Böden stattfindet“. Schon länger habe es deswegen Bestrebungen gegeben, Wald für die Bebauung heranzuziehen. Erfolgreiche Beispiele, bei denen dies gelungen sei, würde es zwar geben, jedoch seien das nur Einzelfälle.

Gemeinden scheuen sich vor Projekten
Viele Projekte würden die Gemeinden gar nicht erst in Angriff nehmen, weil „sie an der bekannt restriktiven Haltung der Forstbehörden – teilweise auch des Naturschutzes – zu scheitern drohen“, heißt es in dem Papier. Obwohl die Waldfläche in Tirol jährlich um 800 Hektar zunehme, würden forstwirtschaftliche Flächen nach wie vor einen besseren Schutz als landwirtschaftliche genießen. Dies trotz der Tatsache, dass die produktive, landwirtschaftliche Fläche laufend weniger werde.

Fünf Punkte für eine neue Vorgangsweise
Ziel der Sozial- und Wirtschaftspartner ist es letztlich, Flächen für Wohnbau, Gewerbe und Industrie zu sichern. Um dieses zu erreichen, schlagen sie eine fünf Punkte umfassende Vorgehensweise vor. Erstens die Erstellung eines Kriterienkatalogs für die bebaubaren, nicht landwirtschaftlichen Flächen. Zweitens die Identifikation der den Kriterien entsprechenden Flächen. Drittens die Festlegung wirksamer Instrumente für die Raumordnung. Viertens die Beseitigung etwaiger gesetzlicher Bestimmungen, die ein Hindernis darstellen. Und fünftens die Schaffung von Unterstützungsmöglichkeiten, damit Gemeinden entsprechende Projekte rasch umsetzen können.

Abschließend heißt es in dem Papier, dass sich „die Tiroler Sozial- und Wirtschaftspartner konstruktiv in den Prozess einbringen werden und ersuchen mit Nachdruck das Land Tirol, das Anliegen mitzutragen und die Umsetzung der Vorschläge gemeinsam voranzutreiben“.

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