15.08.2020 13:00 |

Krisenintervention

Nach Unfalltod: Das Unbegreifliche begreifen

Ein unglaublich tragischer Unfall ereignete sich, wie berichtet, am Donnerstag in Oetz. Ein vierjähriger Bub pflückte bei einem Ausflug mit seinem Opa Früchte und wollte sie ins Auto laden. Doch das Fahrzeug machte sich in der abschüssigen Zufahrt selbstständig, überrollte das Kind. Für den Vierjährigen kam jede Hilfe zu spät. Das Kriseninterventionsteam hilft Angehörigen in solchen Situationen, die ersten Eindrücke zu bewältigen.

Sie waren zu Besuch bei Freunden: Der 61-jährige Tiroler war mit seinem kleinen Enkel aus dem Außerfern nach Oetz gekommen, wo sie gemeinsam den Nachmittag verbrachten.

„Der Vierjährige hatte Obst gepflückt, wollte die Früchte in Opas Auto verstauen“, erklärt die Polizei. Doch plötzlich setzte sich das Fahrzeug in der leicht abschüssigen Zufahrt in Bewegung - das Kind wurde vom Pkw überrollt und getötet.

Die Erwachsenen hatten keine Chance mehr: „Trotz Reanimationsmaßnahmen und notärztlicher Versorgung erlag der Vierjährige noch an der Unfallstelle seinen Verletzungen“, erklärt die Polizei. Der Pkw wurde auf Anordnung der Staatsanwaltschaft sichergestellt, ein Gutachter wird nun prüfen, wie es zu dem tragischen Unfall kommen konnte.

Beistand in den ersten, schwersten Stunden
Die Angehörigen und Beteiligten wurden vom Kriseninterventionsteam (KIT) betreut, denn solche Unfälle sind kaum zu begreifen, wie Dietmar Kratzer, Leiter des KIT Tirol, erklärt. Der plötzliche Verlust einer nahestehenden Person versetzt Angehörige in eine emotionale Ausnahmesituation – die Krisenintervention versucht, Betroffene bei der Bewältigung der ersten Eindrücke zu unterstützen.

Man versuche eine Spur Ruhe zu schaffen, in Momenten, in denen es eigentlich keine Ruhe gebe, sagt Kratzer. „Viele können auch nicht verstehen, was gerade passiert ist. Es ist ein Prozess, zu realisieren, ich habe gerade jemanden verloren“, erklärt der Psychologe. Auch die Unterstützung aus dem sozialen Umfeld kann helfen, das Unbegreifliche zu begreifen.

Anna-Katharina Haselwanter
Anna-Katharina Haselwanter
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