Nach Ölkatastrophe

Alte Bohrinseln im Golf von Mexiko werden demontiert

Ausland
16.09.2010 16:32
Die US-Regierung hat alle im Golf von Mexiko tätigen Öl- und Gasfirmen angewiesen, ihre ungenutzten Bohrlöcher zu versiegeln und stillgelegte Förderplattformen zu demontieren. Als Konsequenz aus der Ölkatastrophe in der Region soll die Energieversorgung sicherer und der Umweltschutz gestärkt werden, erklärte Innenminister Ken Salazar. Davon betroffen sind rund 3.500 Ölquellen und 650 Bohrinseln.

Nach Angaben des Innenministeriums treten die neuen Regelungen bereits am 15. Oktober in Kraft. Demnach müssen alle Bohrlöcher endgültig verschlossen werden, die seit fünf Jahren nicht mehr genutzt werden. Förderplattformen und Ölpipelines müssen abgebaut werden, wenn sie nicht mehr aktiv sind. Der Leiter der für die Ölindustrie zuständigen Regulierungsbehörde, Michael Bromwich, warnte, dass einige der Anlagen schon seit Jahrzehnten außer Betrieb seien.

Diese würden mit den Jahren zunehmend verrotten, und damit steige das Risiko von Schäden - vor allem während der Hurrikan-Saison, erklärte Bromwich. Einer drei Jahre alten Studie des Innenministeriums zufolge sind seit Beginn der Offshore-Bohrungen im Jahr 1947 mehr als 40.000 Ölquellen im Golf von Mexiko erschlossen worden.

Entlastungsbohrungen kommen rasch voran
Im April war die BP-Plattform "Deepwater Horizon" im Golf von Mexiko explodiert und gesunken, fast fünf Millionen Barrel Öl flossen ins Meer. Die Entlastungsbohrungen zur endgültigen Versiegelung der lecken Quelle kommen laut dem inzwischen pensionierten Chef der US-Küstenwache, Thad Allen, rascher voran als erwartet.

Die Bohrungen befänden sich auf den letzten Metern, danach könne die Quelle mit Zement versiegelt werden, sagte Allen. Nach seinen Angaben wird BP voraussichtlich bereits am Sonntag die endgültige Versiegelung des Lecks verkünden können.

BP bestreitet, Sicherheit vernachlässigt zu haben
Der britische Ölkonzern bestritt erneut, die Sicherheit auf der "Deepwater Horizon" vernachlässigt zu haben. Er habe "niemals" Druck ausgeübt, um auf Kosten der Sicherheit zu sparen, sagte der scheidende BP-Chef Tony Hayward während einer Anhörung vor dem Energie-Ausschuss des britischen Parlaments. Seit seinem Amtsantritt vor drei Jahren habe BP 14 Milliarden Dollar (knapp elf Milliarden Euro) für die Verbesserung der Sicherheit ausgegeben. Erneut beschuldigte Hayward zwei Sub-Unternehmen, mitverantwortlich für die Katastrophe zu sein.

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