07.08.2020 06:00 |

Ernteprognosen

Zu viel Regen: Großes Bangen ums steirische Kernöl

Wenn man die Kürbisse auf manchen Feldern der Steiermark „davonschwimmen“ sieht, dann ist die Angst groß, dass der viele Regen Ernten vernichtet - vor allem die unseres grünen Nationalstolzes.

Zu heiß, zu kalt, starke Niederschläge und Hagel, die in heftigster Form auf die Felder niederprasseln, Überschwemmungen: Die „Steirerkrone“ wollte wissen, wie unter solchen Umständen die Ernte aussehen wird und was zu erwarten ist.

Faulen der Kürbisse droht
Die Informationen von der Kürbis-Front sind gleich einmal düster und auch alarmierend. „Ein bissl Sonne und stabile Wetterlage würden wir jetzt auf jeden Fall dringend brauchen und viel weniger Regen,“ sagt Kernöl-Capo Franz Labugger. „Sonst fangen uns die Kürbisse zum Faulen an.“ Zumal viele Äcker direkt unter Wasser stehen, die Kürbisse „schwimmen“. Ein Ausfall gerade dieser Ernte wäre für den steirischen Nationalstolz, unser „grünes Gold“, natürlich schrecklich!

Labugger: „Wir können jetzt eh nur beobachten und schauen, wie sich alles entwickelt.“ Grundsätzlich sei „eine Menge“ an Kürbissen am Feld, „wir haben auch schon welche aufgebrochen und die Kernmenge überprüft; diese dürfte im Durchschnitt liegen.“ Das wären dann bis zu 700 Kilo Kerne pro Hektar; für einen Liter Kernöl braucht man übrigens 40 Kürbisse.

Wann geht es mit der Ernte los? Als Faustregel nimmt die Landwirtschaftskammer an: Wer um den 1. April gesät hat, wird schon Ende August ernten, die anderen entsprechend zeitverzögert. Sofern das Wetter passt.

20 Prozent weniger Äpfel
Keine guten Neuigkeiten auch von den steirischen Apfelbauern: Schon der Frost hat 20 Prozent der Blüten und damit der Ernte vernichtet! Die Ernte wird um den 24. August auf Hochtouren kommen. Auch hier lief nichts nach Plan: Die Blüte war sehr früh, das kühle Frühjahr hat das Wachsen aber wieder eingebremst. Wobei: Gerade die warm-feuchte Witterung gibt dem Fruchtwachstum einen Schupfer, womit die Ernte doch besser ausfallen könnte als prognostiziert. Auch Pfirsich und erste Zwetschken gibt’s frisch von Baum und Strauch.

Der steirische Wein musste laut Kammer einige Schläge einstecken. Zunächst war es zu trocken, die fehlende Nässe im Frühjahr verzögerte die Entwicklung. Damit verschiebt sich die Lese um eine Woche nach hinten, fängt Mitte September an (Müller Thurgau), eine Woche später kommen Sauvignon blanc und Weißburgunder in die Fässer, Zweigelt, Sämling folgen.

Paradeiser als absoluter Renner
Ein absoluter Renner dieser Saison sind die Paradeiser! Vor allem die großen, fleischigen Ochsenherzen haben in die Herzen und Mägen der Steirer erobert - ihr Absatz hat sich zuletzt verdoppelt. Auch der Mais leidet zum Glück noch nicht. „Im Gegenteil, der viele Regen tut ihm gut“, sagt Kammerdirektor Werner Brugner. Freilich sei durch die Unwetter allerdings auch viel kaputt geworden.

Die Beeren sind durch die viele Sonne ausgesprochen gut und süß. Was die Bauern schmerzt: Obwohl die Steirer mehr als genug im Angebot haben, finden sich in den Läden viele aus dem Ausland. Sonnengeküsste Paradeiser sind der Sommerhit, die Apfelernte beginnt etwas früher, der Gusto auf Kürbis steigt.

Christa Bluemel
Christa Bluemel
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