Modernste Technik:

Neues Fahrzeug für Feuerwehr Biedermannsdorf

180 Mal - statistisch gesehen also jeden zweiten Tag - rückten die Florianis aus Biedermannsdorf im niederösterreichischen Bezirk Mödling im vergangenen Jahr aus. Jetzt erhielten die freiwilligen Helfer ein neues hochmodernes Einsatzfahrzeug im Wert von rund 260.000 Euro.

Die Zahl der Einsätze, die die freiwilligen Feuerwehrleute (darunter auch immer mehr Frauen) in ihrer Freizeit absolvieren, steigt von Jahr zu Jahr - und sie werden immer herausfordernder, wie Kommandant Bernhard Tröszter zu berichten weiß: „Die Wetterkapriolen nehmen zu. Das bedeutet für uns, dass wir immer öfter etwa Verklausungen in Flüssen und Bächen entfernen müssen oder zu Sturmschäden ausrücken. Auch hier wird uns das neue Fahrzeug die Arbeit künftig wesentlich erleichtern, ebenso wie im Bereich Katastrophenschutz.“

Ein weiterer Teil des Einsatzspektrums seien Verkehrsunfälle: „Konnten wir früher beispielsweise Unfallfahrzeuge zumeist einfach und rasch mittels Seilwinde bergen, so macht das vermehrte Auftreten von alternativ beziehungsweise hybridbetriebenen Fahrzeugen immer öfter die Bergung mittels Abschlepp-Plateau erforderlich.“

Weil moderne Pkw aufgrund ihrer Knautschzonen, die die Sicherheit der Insassen erhöhen, nach einem Unfall oft stark deformiert sind, ist für den Abtransport auch häufig ein Kran erforderlich.

„Doch über eine derartige Ausrüstung verfügten wir bis dato nicht“, so der Kommandant. Deshalb begannen 2017 die Planungen für die Anschaffung eines so genannten „Wechselladefahrzeug Allrad mit Kran“.

Tröszter: „Die Projektplanung führten die Kameraden Michael Felberbauer, Caroline Raab, Andreas Tatai, Martin Gartner, Thomas Nöbauer gemeinsam mit mir durch. Dabei sahen wir uns alle möglichen Varianten - auch Gebrauchtfahrzeuge - an, ehe wir uns für ein Neufahrzeug entschieden.“ Kostenpunkt: rund 260.000 Euro.

Der Gemeinderat Biedermannsdorf beschloss einstimmig einen Zuschuss von 160.000 Euro, durch Spenden kamen weitere 34.000 Euro zusammen - davon allein 20.000 Euro vom Lions Club Biedermannsdorf.

Den Rest stemmten die Florianis aus eigener Tasche. „Ein Teil des Geldes konnte durch den Verkauf älterer Ausrüstung hereingespielt werden. Am 11. Dezember 2019 konnten wir unser neues Einsatzfahrzeug schließlich bestellen“, lässt der Kommandant die Planungsphase Revue passieren.

Während das feuerwehrintern „WLFA-K“ genannte Fahrzeug im Werk Form annahm, waren die Florianis auch nicht untätig, wie Kommandant-Stellvertreter Michael Felberbauer schildert: „Unsere Kameraden Andreas Tatai und Thomas Nöbauer sorgten für den Aufbau von zwei für das Fahrzeug bestimmten Wechselladeaufbauten. In Summe waren sie gut 1.000 Stunden allein in der Werkstatt damit beschäftigt. Die gesamte Planungsgruppe investierte in den vergangenen Jahren etwa 2.000 Stunden in das Projekt.“

Trotz der Corona-Krise konnte der Hersteller MAN den Zeitplan nicht nur einhalten, sondern sogar unterbieten. Heute Abend wurde das jüngste Mitglied der Einsatzfahrzeug-Flotte in Biedermannsdorf im Rahmen eines feierlichen Festaktes übergeben.

„Das ist ein Meilenstein in der Geschichte unserer Wehr. Mit dem neuen Fahrzeug sind wir für die Herausforderungen der Zukunft bestens gerüstet und können auch unsere Leistungsfähigkeit im Katastrophenschutz weiter verbessern. Mein Dank geht an alle Kameradinnen und Kameraden sowie Spender und Unterstützer, die das ermöglicht haben“, betont Kommandant Tröszter im Gespräch mit der „Krone.“

Technische Daten:

Motorleistung: 430 PS
Leergewicht: 15 Tonnen
Nutzlast: 11 Tonnen
Ladekran mit 15 Tonnen Nutzlast
Höhe: 3,96 Meter
Allradantrieb

P. Huber, Kronen Zeitung

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