17.07.2020 19:00 |

„Es geht weiter!“

Nach Brand sperrt historisches Weingut wieder auf

Wie Phönix aus der Asche bahnt sich die Kästenburg in Ratsch an der Weinstraße nach einem verheerenden Brand den Weg zurück. Zwar haben die Flammen das am höchsten Punkt der Südsteiermark gelegene Weingut aus dem 17. Jahrhundert in Schutt und Asche gelegt, doch es geht weiter: In der Kästenburg werden längst eifrig Zukunftspläne geschmiedet.

Brandgeruch liegt in der Luft, und die Spuren des Großfeuers vom Dienstag sind noch allgegenwärtig. Doch die Herzblut-Wirtin Ilse Jakopé von der Kästenburg versprüht Optimismus: „Es geht weiter. Ich möchte für die Menschen da sein, die auch für mich da sind.“

Schon an diesem Wochenende - Samstag und Sonntag von 12 bis 20 Uhr - sind Gäste bereits wieder herzlich willkommen. Zu Kaffee und Kuchen oder Verhackertbroten und Wein im Garten und in der Laube. Gegen eine freiwillige Spende, die in eine leere Weinflasche eingeworfen werden kann. Denn es geht Ilse Jakopé nicht um den Umsatz, sondern um ein Zeichen für einen Neubeginn: „Geschichte löscht man nicht aus, Geschichte schreibt und lebt man. Heuer feiern wir übrigens 65 Jahre Südsteirische Weinstraße“ 

Das Schlimmste konnte noch verhindert werden
Doch zurück zum Tag X. Eine Fritteuse löste den Brand aus: „Um 11.42 Uhr ging plötzlich der Alarm los. Ich bin nur fassungslos dagestanden. Die vier Fremdenzimmer im Haupthaus wurden völlig zerstört. Obwohl im Nu professionelle Hilfe da war“, erinnert sich die Hausherrin. Über 100 Einsatzkräfte haben den Brand schließlich unter Kontrolle gebracht und ein Übergreifen der Flammen auf die Nebengebäude verhindert. Gerettet wurden auch die alten Familienfotos im Frühstücksraum - sie hängen derzeit im Freien.

Das Versprechen: „Wir retten, was zu retten ist“
Noch in der selben Nacht hat eine Welle der Hilfsbereitschaft eingesetzt. Auch das vorbeifahrende Bundesheer hat spontan geholfen. Ilse Jakopé ist ob so viel Mitgefühl gerührt: „Ich will nicht allein im stillen Kämmerchen hocken und weinen. Wir retten, was zu retten ist“, lautet die Devise der Südsteirerin, die das Kulturweingut mit ihrem Mann Werner in fünfter Generation führt.

Es ist bei Weitem nicht die erste Restaurierung am historischen Anwesen - diese wurde für 1638 vermerkt. Die Geschichte der Kästenburg ist noch lange nicht zu Ende!

Josef Fürbass, Kronen Zeitung

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