13.07.2020 11:00 |

Tiroler im Visier

Betrügerische Anrufe aus Tunesien: Nicht abheben!

Sie lassen es einmal klingeln, legen sofort wieder auf und hoffen auf einen Rückruf, der den Anrufer teuer zu stehen kommen kann: Betrüger, die so genannte Ping-Anrufe tätigen. Derzeit sind derartige Anrufe mit der tunesischen Ländervorwahl +216 im Umlauf – auch in der „Tiroler Krone“ gingen am Wochenende Anrufe ein.

Samstag, 12.24 Uhr: Mein Handy klingelte einmal, dann war es wieder ruhig. Auf dem Display war eine ungewöhnliche Nummer zu sehen. Ich dachte mir zunächst nicht viel dabei.

13.21 Uhr: Erneut klingelte mein Handy einmal und erneut stand auf dem Display eine Nummer – zwar mit derselben Vorwahl, allerdings mit anderen Ziffern am Ende. Nun kam es mir komisch vor, ich dachte an betrügerische Ping-Anrufe – die nach nur einmaligem Klingeln („Ping“) wieder abgebrochen werden. Eine Vorahnung, die sich – wie sich zeigte – auch bestätigte.

Telefonnummern mit tunesischer Vorwahl
Ich gab beide Nummern in eine Suchmaschine im Internet ein und erhielt prompt mehrere Meldungen, die für Aufklärung sorgten – allen voran von der Telekom-Regulierungsbehörde RTR.

Es stellte sich heraus, dass die Nummern mit einer tunesischen Ländervorwahl begannen. Und dass diese Telefonnummern für Ping-Anrufe verwendet werden. Allein im Juni wurden 530 Beschwerden registriert, wie Klaus M. Steinmaurer, GF der Telekom-Regulierungsbehörde für den Fachbereich Telekommunikation und Post, verdeutlicht.

Die heimtückische Masche: Nach dem einmaligen Klingeln wird die Ping-Rufnummer am Telefon-Display angezeigt. Die Angerufenen sollen auf diese Weise dazu verleitet werden, zurückzurufen. Telefonnummern, die sich hinter den Ping-Anrufen verstecken, sind teure ausländische Rufnummern oder Nummern von Satellitentelefonen.

Man kommt in eine Warteschleife. Das Minutenentgelt ist ein hohes – je länger die Telefonverbindung aufrecht ist, desto höher wird der Betrag, der verrechnet wird. Wer bei einem Ping-Anruf abhebt, dem entstehen keine Kosten und dem kann somit nichts passieren.

„Täter lassen sich kaum bis gar nicht eruieren“
„Die Anzeige einer Rufnummer am Display kann man fälschen. Vergleichen lässt sich das mit einem Brief, auf den man eine falsche Absenderadresse notiert. Daher lassen sich die Übeltäter bei Betrugsanrufen auch kaum bis gar nicht eruieren“, sagt Steinmaurer.

Prinzipiell gilt: Wenn die Rufnummer am Display unbekannt ist, sollte man am besten gar nicht abheben und keinesfalls zurückrufen. „Hebt man trotzdem ab, soll man sich nichts aufschwatzen lassen“, so Steinmaurer.

Ich habe übrigens weder abgehoben noch zurückgerufen – zum Glück!

Rufnummernbereiche, die missbräuchlich verwendet werden, werden gelistet: www.rufnummernmissbrauch.at Auf dieser Homepage können auch verdächtige Nummern gemeldet werden und es gibt auch verschiedene Anleitungen, wie Rufnummernbereiche dauerhaft blockiert werden können.

Jasmin Steiner
Jasmin Steiner
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